Wirtschaft : Vertragt Euch wieder

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Eines der Argumente der Demokraten in dem gerade beendeten Rennen um die USPräsidentschaft war, dass eine zweite Regierung Bush nicht in der Lage sein werde, die angeschlagene Beziehung zu einigen Ländern in Europa zu kitten. Doch die Zeichen stehen nicht schlecht. Nach dem Wahlsieg Bushs sprach Tony Blair von der Notwendigkeit, die transatlantische Allianz „aufs Neue" zu bilden. „Aber", fügte er hinzu, „wir alle in Führungspositionen – nicht nur Präsident Bush – müssen sich dieser Herausforderung gewachsen zeigen". Auch Deutschland und Frankreich müssten jetzt ihren Beitrag leisten.

Aber was ist mit dem „Alten Europa"? Jacques Chirac faxte seine Glückwünsche. Michel Barnier, der französische Außenminister, signalisierte seine Bereitschaft, mit Bush – auch im Irak – zusammenzuarbeiten. Auch der deutsche Innenminister Otto Schily sprach sich für eine Zusammenarbeit aus.

Die meisten Staats- und Regierungschefs in Europa scheinen sich mit einer zweiten Amtszeit Bushs arrangieren zu wollen. Das gilt umso mehr, als es Bushs Verbündeten allesamt besser erging als seinen Gegnern. José Manuel Barroso, der damals als portugiesischer Premierminister Gastgeber des den Irakkrieg vorbereitenden Gipfels zwischen José Maria Aznar, Tony Blair und George W. Bush war, ist jetzt Präsident der EU-Kommission. Herr Blair scheint im Frühjahr seine dritte Amtszeit antreten zu können. Nur Herr Aznar, der nicht zum dritten Mal kandidieren wollte, ist nicht mehr an der Macht. Herr Chirac dagegen bekommt Gegenwind aus der eigenen Partei, und die zweite Amtszeit von Schröder läuft nicht glücklich.

Dennoch sollte Bush den Europäern zeigen, dass auch er daran interessiert ist, die Beziehung zu kitten. Ein Vorstoß von ihm, die Handelsbarrieren zwischen den USA und Europa abzubauen, würde beiden ein Ziel geben. Und es würde den europäischen Politikern zeigen, dass politisch nicht viel zu gewinnen ist, wenn man versucht, eine lange freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Kontinenten zu zerstören.

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