Wirtschaft : Verzockt

Der Rettungsfonds Soffin ist noch mit 18,3 Milliarden Euro bei fünf Instituten engagiert.

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Frankfurt am Main - Die größten Sorgenkinder sind seit Jahren die gleichen, doch immerhin hat sich der Umfang der Stützung reduziert. Musste der Bankenrettungsfonds Soffin Ende 2012 noch sieben deutschen Banken und Bank-Verbänden mit 22,5 Milliarden Euro unter die Arme greifen, hat sich das Volumen Ende Juni 2013 auf rund 18,3 Milliarden Euro für fünf Institute reduziert, unter anderem wegen der vollständigen Rückzahlung der stillen Einlage der Commerzbank. Aktuell wird das Institut vom Soffin noch mit 5,1 Milliarden Euro gestützt. Mehr Hilfe gewährt der Soffin derzeit nur der Münchener Hypo Real Estate Holding mit einer Kapitalbeteiligung von 9,8 Milliarden Euro. Daneben hilft der Soffin dem WestLB-Nachfolger Portigon mit zwei Milliarden Euro und der Wiesbadener Aareal Bank mit 300 Millionen Euro. Außerdem beansprucht die Düsseldorfer Hypothekenbank Garantien in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. Seit Ende letzten Jahres nicht mehr im Soffin sind die Sicherungsgesellschaft deutscher Banken und die Deutsche Industriebank IKB.

Wie hoch am Ende die Verluste aus den noch bestehenden Engagements sein werden, stellt sich erst heraus, wenn der Soffin seine Bücher in ein paar Jahren schließt. Bislang hat der Fonds Buchverluste von 21,5 Milliarden Euro angehäuft, die aber noch nicht realisiert sind. Allein 2011 war aufgrund der Umschuldung in Griechenland in den Büchern ein Minus von 13,1 Milliarden Euro aufgelaufen. Im vergangenen Jahr verbuchte der Soffin dann einen Buchgewinn von 580 Millionen Euro.

Der Soffin war im Herbst 2008 nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman und dem Ausbruch der Finanzkrise, die etliche Institute in Existenznöte stürzte, eingerichtet worden. Insgesamt sollte er 400 Milliarden Euro an Garantien und 80 Milliarden Euro an Kapitalhilfen gewähren können. Der Soffin ist ein vom Bund eingesetztes Sondervermögen, für die Risiken und mögliche Ausfälle haftet der Steuerzahler. Seinen Finanzrahmen hat der Fonds bislang bei Weitem nicht ausgeschöpft. Das größte Stützungsvolumen erreichte der Fonds Mitte 2010 mit 178 Milliarden Euro, wobei 148 Milliarden auf Garantien und 29 Milliarden Euro auf Kapitalmaßnahmen entfielen, davon allein 18 Milliarden Euro für die Commerzbank. Insgesamt wurde damals 13 Instituten geholfen. Rolf Obertreis

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