Wirtschaft : VEW: Aktionäre für Fusion mit RWE

Vor ihrer geplanten Fusion zu Deutschlands größtem Energieunternehmen haben die Ruhrgebietskonzerne RWE und VEW eine weitere Hürde genommen. Die VEW-Aktionäre stimmten auf einer Hauptversammlung am Dienstag in Dortmund mit 99,99 Prozent dem Zusammenschluss zu. VEW-Vorstandschef Gert Maichel erklärte, mit grünem Licht des Bundeskartellamtes rechne er in den nächsten Tagen. Die Aktionäre der Essener RWE AG entscheiden am Donnerstag auf einer Hauptversammlung über die Fusion.

Laut Maichel hat VEW kartellrechtliche Bedenken der Wettbewerbshüter zu Beginn der Woche weitgehend ausgeräumt. Sollten auch die RWE-Aktionäre zustimmen, stehe einer Fusion nichts mehr im Wege. Das neue Unternehmen mit dem Namen RWE AG und Sitz in Essen wird rund 170 000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 52 Milliarden Euro (rund 100 Milliarden Mark) haben.

Auch ein Sprecher des Bundeskartellamts kündigte am Dienstag in Bonn an, dass bereits in Kürze ein voraussichtlich positives Votum der Wettbewerbshüter zu der Fusion zu erwarten sei. Das Kartellamt rechne damit, dass die Vorbehalte zum Gasbereich des Unternehmens jetzt ausgeräumt würden, damit "in den nächsten Tagen" eine förmliche Freigabe der Fusion erfolgen könne, sagte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde.

VEW-Aufsichtsratchef Günter Samtlebe verwies auf die Chancen der Fusion. "Gemeinsam sind wir beim Strom die Nummer eins in Deutschland und neue Nummer drei in Europa. Bei Gas werden wir Nummer zwei und bei der Entsorgung Nummer eins in Deutschland," sagte Samtlebe. Auch die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz sprach sich in Dortmund für den Zusammenschluss aus. Die Fusion sei angesichts des liberalisierten Marktes "das Gebot der Stunde", sagte Carsten Heise.

Die Vorbereitungen für die Fusion sind laut Maichel nahezu komplett abgeschlossen. Der VEW-Vorstandschef rechnet mit einem jährlichen Einsparungsspotential von 725 Millionen Euro durch die Verringerung von Sach- und Personalkosten. Im Laufe der Fusion sollen demnach bei VEW 3200 Arbeitsplätze abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen solle es aber nicht geben, sagte Maichel. Weitere Einsparungen sind nach seinen Worten in den Kraftwerken, im Verkauf, bei der Verwaltung und beim Stromnetz möglich.

Im Zuge der Kartellauflagen sei ein Verkauf der Anteile am ostdeutschen Energieversorger Veag bereits in die Wege geleitet, sagte Maichel weiter. Auch von den Anteilen an der Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) werde sich RWE/VEW trennen. Im Gasgeschäft seien Zugeständnisse an das Kartellamt nötig gewesen, sagte der Vorstandschef weiter, ohne jedoch Details zu nennen.

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