Wirtschaft : VfA-Umfrage: Schlechte Noten für das deutsche Gesundheitssystem

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Die Deutschen sind unzufrieden mit dem Gesundheitssystem. Zweidrittel der Bevölkerung sagen, dass es in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin gibt. Sowohl 63 Prozent der Kassenpatienten als auch 67 Prozent der Privatversicherten sind der Meinung, dass Kassenpatienten alles in allem eine schlechtere Gesundheitsversorgung bekommen als Privatversicherte. "Das Vertrauen der Patienten in das deutsche Gesundheitssystem ist erschüttert." Zu diesem Schluss kommt die Geschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (VfA), Cornelia Yzer, bei der Vorstellung der Ergebnisse einer Umfrage, die der VfA bei dem Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegeben hat.

Die Patienten, die von Arzneimittelablehnungen betroffen sind, gehen mit dem deutschen Gesundheitssystem noch härter in die Kritik: 84 Prozent sehen in der Zwei-Klassen-Medizin sogar ein Kennzeichen des deutschen Gesundheitssystems. Mehr als Zweidrittel der insgesamt fast 1900 Befragten befürchten, dass die Arzneimittelbudgetierung zur Unterversorgung führen könne. Das Arzneimittelbudget ist ein fester Betrag für Medikamente, den die Ärzte ihren gesetzlich versicherten Patienten pro Jahr verordnen können. Bei rund neun Prozent der gesetzlich Versicherten ist nach eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten die Verordnung eines Arzneimittels verschoben worden, bei den Privatversicherten waren es nur knapp zwei Prozent. Pro Jahr werden laut VfA bei ungefähr 3,5 Millionen der gesetzlich Versicherten Arzneimittelverordnungen abgelehnt.

Dementsprechend schlechte Noten bekommt die Gesundheitspolitik in der Studie: Knapp die die Hälfte der Patienten rechnet damit, dass die rot-grünen Regierung die Probleme des Gesundheitssystems werde. Noch weniger trauen dagegen der Opposition zu, sich stärker in der Gesundheispolitik zu engagieren. Rund 70 Prozent der Patienten meinen, dass sich die gesetzliche Krankenversicherung auf wesentliche Leistungen konzentriere solle. Dafür wären dann auch fast alle befragten Patienten bereit, bei leichten Erkrankungen ihre Medikamente selbst zu zahlen.

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