Wirtschaft : Viag erwartet grünes Licht für Bewag-Beteiligung

Energie soll Ertragssäule bleiben / Ausgleich für Telekom-Minus

MÜNCHEN (tmh). Der Mischkonzern Viag AG, München, erwartet vom Berliner Kartellamt grünes Licht für den Verkauf von über der Hälfte der Berliner Kraft- und Licht (Bewag) AG an das Konsortium Southern Energy, Preussen Elektra und Viag.Er sei trotz kritischer Stimmen aus Berlin optimistisch, "auch wenn es einige Auflagen geben wird," sagte Viag-Chef Georg Obermeier am Dienstag auf der Hauptversammlung in München.Aktionäre befürchten indessen ein Auseinanderbrechen des Konsortiums.Dazu äußerte sich Obermeier nicht.Bewag sei im übrigen kein Sanierungsfall, wie Aktionäre vermuteten. Mit den Geschäftserfolgen ihres Unternehmens zeigten sich die Anteilseigner durchweg zufrieden.Begrüßt wurde auch der neue Viag-Finanzvorstand Erhard Schipporeit, der von der Spitze der Varta AG Anfang Oktober nach München wechselt.Wegen einer stagnierender Ausschüttung von 12 DM je Aktie wurde jedoch mehrmals eine "Dividendenpolitik der zugeknöpften Taschen" gerügt."Auf lange Sicht" sei die jetzige Dividende nicht das letzte Wort, entgegnete Obermeier, lehnte aber eine Ausschüttungsprognose für 1997 ab.Heftiger Kritik unterzogen einige Aktionäre ferner den Atomkurs der Viag.Diverse Gegenanträge zu diesem Thema wurden angesichts der Kapitalverhältnisse von der Hauptversammlung klar abgelehnt.Der Viag-Chef verteidigte Strom aus Kernkraft als unverzichtbar angesichts der kommenden Öffnung der Strommärkte und des härteren Wettbewerbs in Europa.Auch künftig werde die Viag-Energiesparte um das Bayernwerk die Ertragssäule des Konzerns bleiben und ihre Bedeutung eher verstärken.Nach der Übernahme der Isar-Amperwerke (IAW) könne das Bayernwerk seine laufende Kostensenkung um 200 Mill.DM auf 700 Mill.DM erweitern.Das Volumen sei nötig, um die 40 Prozent industriellen Kunden zu halten und ihnen Preisnachlässe zu gewähren. Neben dem im Aufbau stehenden Geschäftsfeld Telekommunikation um die Viag Interkom bleibe die Energiesparte der hauptsächliche Investitionsschwerpunkt des Konzerns, der 88 000 Mitarbeiter beschäftigt.Viag Interkom werde im Juni 1998 mit einem Mobilfunknetz starten.Ab 2001 soll die Telekommunikation Gewinne abwerfen und bis dahin Anlaufverluste von knapp 3,7 Mrd.DM verbuchen.Im laufenden Jahr rechnet Obermeier mit wachsenden Umsätzen und leicht steigenden Erträgen.Die Chemiesparte um die SKW Trostberg laufe besonders günstig.1996 setzte Viag 42,5 Mrd.DM um und verbuchte gut eine Mrd.DM Jahresüberschuß.

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