Wirtschaft : Viag: Nummer Drei des Strommarkts - vom Staatsbetrieb zum modernen Konzern

Die Münchener Viag AG hat in ihrer Geschichte schon mehrere radikale Umbrüche hinter sich gebracht. Der einstige Staatsbetrieb ist heute trotz aktueller Einbußen mit 38 Milliarden Mark Jahresumsatz der zehntgrößte Industriekonzern Deutschlands. Verglichen mit dem künftigen Partner Veba ist dies allerdings weniger als die Hälfte. Auf dem Strommarkt ist Viag die Nummer Drei in Deutschland.

Vorstandschef Wilhelm Simson verordnete in den vergangenen Jahren eine Konzentration auf die Sparten Industrie / Chemie und Energie / Telekommunikation. Randgeschäfte, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sollen nach der Verschmelzung abgestoßen werden. Die Gerresheimer Glas, Klöckner & Co. und Schmalbach-Lubeca sollen verkauft werden, bei VAW wird auch ein Börsengang nicht ausgeschlossen. Große Hoffnungen setzt Viag in seine Telekommunikations-Sparte, besonders in die Mobilfunktochter Viag Interkom. In der neuen Holding Viag Telecom AG bündelt der Konzern im Rahmen der Fusion mit der Veba sein Telekom-Geschäft.

Ab 1986 ging die gut 75 Jahre alte Viag mehrheitlich in private Aktionärshand über. Der Bund zog sich schrittweise zurück. 1994 übernahm der Konzern die Bayernwerk AG im Zuge der Privatisierung des Stromerzeugers. Der Viag-Firmensitz wechselte von Bonn/Berlin nach München. Bayern gab seine Mehrheit am Bayernwerk ab und erhielt dafür neben einem Milliardenbetrag in bar eine Beteiligung von 25,1 Prozent an der Viag AG. Die Entscheidung des Landes Bayern, sich schrittweise von seinem Paket mit einem Börsenwert von rund sieben Milliarden Mark zu trennen, hatte im vergangenen Jahr den Ausschlag für die Fusion gegeben. Laut Fusionsvereinbarung sollen zehn Prozent des Bayern-Pakets an die Veba gehen, der Rest wird in Aktien des Gemeinschaftskonzerns umgewandelt.

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