Wirtschaft : Viag steckt Milliardenin die Telekomsparte

1996 bislang bestes Jahr / Mobilfunknetz E 2 startet in einem Jahr

München (dpa).Der Viag-Konzern will 1997 mit Milliardenbeträgen seine Ertragssäule Energie stärken und das Telefongeschäft ausbauen.Trotz der Anlaufverluste im Mobilfunk von 350 Mill.DM soll der Konzerngewinn mindestens auf Vorjahresniveau liegen.Der Konzernumsatz von 42,45 Mrd.DM (1996) werde auf über 45 Mrd.DM steigen.Der in den Bereichen Energie, Chemie, Verpackung, Logistik und Telekom tätige Konzern erwarte auch mittelfristig über 75 Prozent seiner Gewinne aus der Energiesparte, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9,45 Mrd.DM erlöste, sagte der Vorstandsvorsitzende der Viag AG, Georg Obermeier, am Freitag in München. Der Viag-Chef bezeichnete den 96er-Abschluß als das "beste Ergebnis in der 74jährigen Geschichte des Unternehmens".Bei einem Umsatzplus von einem Prozent stieg das Vorsteuerergebnis um fünf Prozent auf 2,35 Mrd.DM.Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kletterte sogar um 36 Prozent auf 2,26 Mrd.DM.Der Jahresüberschuß des Konzerns lag aufgrund höherer Ertragssteuern aber mit 1,06 Mrd.DM unter dem Vorjahreswert von 1,32 Mrd.DM.Die Dividende bleibt bei unverändert zwölf DM je 50-DM-Aktie. Obermeier kündigte für 1997 eine Palette von Großinvestitionen an.Dabei steht die Energiesparte an der Spitze.Von den geplanten Gesamtinvestitionen über 5,5 Mrd.DM sollen etwa die Hälfte für Unternehmensbeteiligungen aufgewendet werden.So stockt die Viag, wie berichtet, ihren Anteil an der Berliner Bewag AG von bislang zehn auf letztlich 25 Prozent auf.Ende Mai erwartet Obermeier eine positive Entscheidung des Bundeskartellamtes sowohl in Sachen Bewag-Beteiligung als auch für den Mehrheitserwerb am oberbayerischen Stromversorger Isar-Amperwerke AG, München.Die Gruppe Bayernwerk/Isar-Amper soll 700 Mill.DM Kosten pro Jahr einsparen.Es werde auch zu einem Abbau von einigen hundert Stellen, aber keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen, sagte Obermeier. Der Viag-Chef bekräftigte, daß im Frühsommer 1998 das Moblilfunknetz E2 startet.Die Viag Interkom, ein Gemeinschaftsunternehmen mit British Telecom (BT), London, und Telenor (Norwegen), soll zu einem Komplettanbieter im deutschen Telekommarkt ausgebaut werden.Größere Ergebnisbeiträge würden erst nach dem Jahr 2001 erwartet.In den nächsten Jahren würden 7,5 Mrd.DM in das Telekom-Geschäft investiert. Der Viag-Chef räumte ein, daß der US-Einstieg der Tochtergesellschaft Computer 2000 AG, München, mit dem Kauf von AmeriQuest "ein Flop" war.Bis Jahresende soll das Verlustloch gestopft werden.Der Viag-Konzern mit 88 014 Beschäftigten Ende 1996 will insgesamt seinen außereuropäischen Umsatzanteil von bislang 20 Prozent ausbauen.Großaktionär der Viag AG ist der Freistaat Bayern mit über 25 Prozent.Der Viag-Chef rechnet damit, daß sich Bayern mittel- bis langfristig gezielt von Viag-Paketen trennt.

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