Wirtschaft : Viag vor Zusammenschluß gestärkt - Gespräche mit der Bundesregierung "auf gutem Stand"

Der Viag-Konzern geht nach Ansicht seines Vorstandschefs Wilhelm Simson "finanziell kerngesund" in die Fusion mit der Veba AG. Der Jahresabschluss 1999 zeige, dass sein Unternehmen strategisch gut darauf vorbereitet sei, sagte Simson am Montag in München auf der Viag-Hauptversammlung. Es gebe bei den Fusionsvorbereitungen "keinen Sand im Getriebe", wie manchmal kolportiert werde. Für den Zusammenschluss mit der Veba zu dem neuen Unternehmen E.ON fehle jetzt nur noch die Zustimmung aus Brüssel. Er sei aber "sicher, dass wir die Freigabe der Fusion erhalten", betonte der Vorstandschef. Mit einer Entscheidung rechne er bereits auf der Sitzung der EU-Kommission am 7. Juni.

Auch der Start in das Jahr 2000 entspreche den Planungen, sagte Simson. Zwar werde es im Energiebereich auf Grund des verstärkten Wettbewerbs einen Umsatzrückgang geben. Dem setze man jedoch eine verbesserte Performance der Industrieaktivitäten entgegen, so dass der Viag-Umsatz bereits im ersten Quartal um zehn Prozent auf 5,2 Milliarden Euro (rund 10 Milliarden Mark) stieg. Probleme gibt es allerdings beim Gewinn, wie der Vorstandschef einräumte. So sackte das Ergebnis vor Steuern in den ersten drei Monaten um 24 Prozent auf 200 Millionen Euro ab. Auch das Ergebnis für das Gesamtjahr stehe unter dem "verstärkten Ertragsdruck im Energiebereich", sagte Simson. Trotz starker Forcierung des Kostensenkungsprogramms wisse er schon heute, "dass wir den Strompreisverfall nicht in voller Höhe kompensieren können". Dagegen übertreffe das Wachstum im Mobilfunkbereich "alle Erwartungen", so dass Viag dort weiter hohe Investitionen tätige. Die Industriebereiche wiederum dürften ihr Ergebnisniveau merklich steigern. Er sehe deshalb "insgesamt gute Chancen, operativ wieder nahe an das vorjährige Ergebnisniveau heran zu kommen", sagte Simson.

Die Gespräche zwischen den Kernkraftwerksbetreibern und der Bundesregierung über den weiteren Betrieb der Atommeiler haben nach Ansicht des Viag-Chefs "einen guten Stand erreicht". Allerdings liege "das Schwerste, die Frage der Laufzeiten, noch vor uns", sagte Simson. Die Unternehmen sähen in einer einvernehmlichen Lösung den besten Weg, ihr Eigentum zu schützen. Dabei sei man zu Kompromissen bereit, "notfalls aber auch zur Konfrontation", sagte Simson.

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