Wirtschaft : Viag will Klöckner abgeben

MÜNCHEN (AP).Der Fahrplan für die Fusion des Viag-Konzerns mit der Schweizer Alusuisse-Lonza-Gruppe steht.Am 20.Mai nächsten Jahres sollen die Aktionärsversammlungen der beiden Konzerne den Plänen zustimmen.Im August soll dann der Zusammenschluß vollzogen werden, teilte die Viag AG am Montag in München mit.Der Aufsichtsrat der Viag hatte am Wochenende grünes Licht für die Fusion gegeben.Der neue europäische Industrieriese, der seinen Hauptsitz in München haben wird, kommt mit rund 125 000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von mehr als 50 Mrd.DM.

Der Viag-Konzern will offenbar noch vor der Fusion seine Tochter Klöckner & Co AG, Duisburg, verkaufen."Wir führen derzeit intensive Verhandlungen mit dem Düsseldorfer Thyssen-Konzern", bestätigte ein Viag-Sprecher am Montag.Es sei jedoch noch keine Einigung erreicht worden.Klöckner & Co gilt in Europa als eines der führenden Stahl- und Metallhandelshäuser.1997 lag der Umsatz - ohne den inzwischen verkauften Computer-Großhandelskonzern Computer 2000 - bei 10,3 Mrd.DM und die Beschäftigtenzahl bei 11 360.

Der Viag-Aufsichtsrat hat auf einer außerordentlichen Sitzung am Wochenende die Fusion mit der Alusuisse Lonza Group AG (Zürich) einstimmig beschlossen.Die neue Industriegruppe will führende Positionen auf den Weltmärkten in den Bereichen Aluminium, Verpackung und Spezialchemie einnehmen.Als zweite Säule umfaßt die neue Gruppe den ertragsstarken Energiebereich mit der Bayernwerk AG und die Zukunftssparte Telekommunikation.Kartellbehörden und Aktionäre müssen der Fusion noch zustimmen.Die wichtigsten Anteilseigner von Viag und Alusuisse-Lonza haben die Fusion allerdings bereits befürwortet.Größter Anteilseigner der Viag ist der Freistaat Bayern mit einem Paket von derzeit gut 25 Prozent, das reduziert werden soll.Die Verschmelzung der beiden Konzerne ist nach dem Vorbild von DaimlerChrysler durch einen Aktientausch vorgesehen.

Durch den Zusammenschluß Viag-Alusuisse Lonza sollen jährlich Kosteneinsparungen von 570 Mill.DM erreicht werden.Die einmaligen Fusionsbelastungen werden mit rund 400 Mill.DM veranschlagt.Mehr als 2500 der derzeit 127 000 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden.Dies will die künftige Konzernleitung, an deren Spitze Viag-Vorstandschef Wilhelm Simson stehen soll, weitgehend durch Vorruhestandsregelungen und Ausnutzung der normalen Fluktuation schaffen.

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