Wirtschaft : Vickers-Aktionäre gegen BMW-Angebot Gerangel um Rolls-Royce hält an

LONDON (dpa).Die Entscheidung für BMW beim Verkauf der britischen Luxusautomarke Rolls-Royce durch den Vickers-Konzern soll nach britischen Presseberichten Unzufriedenheit bei mindestens zwei Vickers-Großaktionären ausgelöst haben.Wie die britische Sonntagszeitung "Sunday Business" berichtet, hofft Vickers jetzt, BMW zur Erhöhung seines Kaufangebots bewegen zu können.Mit einem von derzeit 340 etwa auf 400 Mill.Pfund (1,2 Mrd.DM) erhöhten Angebot könne BMW die VW-Offerte von 370 Mill.Pfund (1,1 Mrd.DM) ausstechen.Nach Darstellung des Blatts möchte Vickers seinen Aktionären lieber BMW als Käufer der Luxusmarke vorschlagen.BMW-Chef Bernd Pischetsrieder habe allerdings bereits erklärt, daß das vorliegende Angebot endgültig sei. Wer die institutionellen Anleger waren, die sich nach Bekanntgabe des Zuschlags zur Aufnahme von Verhandlungen mit BMW am vorigen Montag bei Vickers gemeldet haben sollen, wird nicht gesagt.Wie der "Daily Telegraph" berichtet, gehören das Bankhaus Schroder (18 Prozent), die Firma Gartmore (zehn Prozent) sowie die Versicherungen Perpetual sowie Sun Life of Canada (je vier Prozent) zu den Großaktionären. "Es gibt viel Unzufriedenheit über die offensichtlich recht bequeme Vereinbarung, die mit BMW getroffen wurde", zitierte der "Telegraph" einen ungenannten Analysten.Es sei schwer verständlich, daß Vickers ein höheres Angebot als das von BMW erhalte und sich aus irgendwelchen Gründen nicht darum kümmere. Für BMW-Chef Bernd Pischetsrieder gibt es dagegen keinerlei Zweifel, daß sein Unternehmen den Zuschlag für die Übernahme von Rolls-Royce erhält.In einem Interview der "Welt am Sonntag" sagte Pischetsrieder zu dem konkurrierenden Angebot von VW: "Es hat in der Geschichte noch kein Beispiel gegeben, daß die Aktionärsversammlung in einer solchen Frage der Empfehlung des Vorstands nicht gefolgt ist.Sollten die Vickers-Inhaber der Empfehlung des Vorstands nicht folgen, Rolls-Royce an BMW zu verkaufen, können sie gleich ihren Vorstand entlassen.Und daß der Vorstand einen anderen Käufer als BMW empfiehlt, halte ich für ausgeschlossen." "BMW ist der einzige Konzern, der mit Vickers einen Vertrag hat", sagte ein BMW-Specher am Sonntag auf Anfrage.BMW werde sein Angebot nicht verändern oder aufstocken.

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