Video : Mafia wäscht Geld mit Gold

In der Wirtschaftskrise verkaufen viele Italiener ihren Goldschmuck, um rasch an Bargeld zu kommen. Doch Experten warnen davor, dass die Goldbranche von der Mafia unterwandert wurde, die so die Gesetze zur Geldwäsche unterläuft.

Die Geschäfte mit Gold boomen in Italien. Die Menschen - hart getroffen von der Wirtschaftskrise - verkaufen ihren Schmuck, um schnell an Geld zu kommen. Experten sind der Ansicht, der Markt wurde von der Mafia übernommen. Bargeld-für-Gold-Läden sind der ideale Weg, um Geld zu waschen. Ranieri Razzanti, von der Organisation gegen Geldwäsche in Italien: "Diese Goldbarren landen überall. Außerhalb der EU sowie in Ländern, wo sie für Waffen eingetauscht oder für den Drogenhandel verwendet werden."

Wenn das Gold erst mal eingeschmolzen ist, wird ein Großteil davon vermutlich über die Alpen in die Schweiz gebracht. Gold ist inzwischen Italiens Exportschlager. Und noch mehr von dem Edelmetall wird aus dem Land geschmuggelt. Ivana Ciabatti, Italienische Vereinigung der Goldschmiede: "Es wurde eine Menge Schmuck verkauft, vor allem in den vergangenen Jahren. Die Verkäufe erreichten ein Rekordniveau im letzten Jahr mit 114 Tonnen. Es ist, als ob Italien eine Goldgrube geworden wäre."

Mindestens 50 Prozent der Bargeld-gegen-Gold-Läden haben kriminelle Organisationen unter ihrer Kontrolle. In Hinterhöfen von Städten wie Neapel werden Tag und Nacht in illegalen Öfen Goldbarren eingeschmolzen. Branchenexperten drängen schon lange auf schärfere Kontrollen. Im Parlament soll nun ein neues Gesetz verabschiedet werden, um der Lage Herr zu werden. Und so hoffen Italiens Goldschmiede, dass die goldenen Tage der Mafia gezählt sind.

(afp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben