Video : US-Dürre treibt Lebensmittelpreise hoch

Die erste Jahreshälfte 2012 war die heißeste in den USA, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Zugleich blieb der Regen aus. Die Folgen der schlimmen Dürre sind steigende Lebensmittelpreise – nicht nur in den Vereinigten Staaten.

Unbarmherzig brennt die Sonne auf diese Felder in Okawville im US-Bundesstaat Illinois - mitten im so genannten Maisgürtel Amerikas. Die ersten fünf Monate waren die heißesten, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Zugleich blieb der Regen aus. Die Folgen für die Bauern sind verheerend. Larry Hasheider, einer der ansässigen und betroffenen Bauer: "Das ist der beste Kolben, den ich habe bis jetzt. Und der ist nur halb so groß wie normalerweise. Bei den Pflanzen daneben ist nichts gewachsen. Hier sehen wir komplette Ernteausfälle. Es gibt kein Getreide zum Ernten."

Und die Dürre hält an. Behörden erwarten in mehr als der Hälfte aller US-Bundesstaaten ähnlich schwierige Wetter-Verhältnisse. Es ist die schwerste Dürre seit den 50er Jahren in den USA. Larry Hasheider: "Es ist wie ein Schlag in die Magengrube. Aber man denkt, okay, diese Woche ist es mies, aber nächste Woche kann es nicht wieder so sein. Ist es aber." Larry Hasheider hat noch Glück: Die meisten seiner Felder werden bewässert, den Pflanzen geht es gut. Doch nur 15 Prozent der Maisfelder in den USA verfügen über Beregnungsanlagen. Noch vor ein paar Monaten hofften 300.000 Bauern auf eine Rekordernte, doch dann blieb der Niederschlag aus.

Nathan Fields, Vereinigung der US-Maisbauern: "Das betrifft einen breiten Streifen des Landes. Mehr als 75 Prozent des Maisgürtels sind betroffen." Bleibt die Ernte aus, schießen die Lebensmittelpreise in die Höhe. Die Preise für Mais und Sojabohnen, mit denen Vieh gefüttert wird, sind auf Rekordhöhe. Deshalb steigen auch die Preise für Fleisch, Milch und Eier: innerhalb eines Jahres um bis zu vier Prozent in den Supermärkten. Davon betroffen werden Länder weltweit sein.

Sam Funk, Institut für Agrar-Analysen: "Die Dinge werden nicht nur in den USA schwierig. Wenn Sie beachten, dass eine Menge Mais und Sojabohnen exportiert werden, dann hat das auch enorme Folgen auf andere Märkte. Das wird sich auch auf Fleischexporte, sogar auf Geflügelexporte, auswirken." Draußen auf den Feldern versuchen die Farmer zu retten, was zu retten ist. Verdorrte Pflanzen mischen sie unter das Tierfutter. Doch selbst wenn es endlich wieder regnen sollte, werden die Auswirkungen der Dürre noch in den kommenden Jahren zu spüren sein.

(afp)

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