Wirtschaft : Videorekorder

Die Geräte sind zum Spottpreis zu haben, weil die Technik veraltet

Maurice Shahd

PREIS DER WOCHE

Videorekorder sind die Dinosaurier in der Unterhaltungselektronik: Ihr Aussterben ist besiegelt – und die Preise sinken kontinuierlich. Ähnlich wie der digitale CD-Player inzwischen den Plattenspieler verdrängt hat, ersetzt der DVD-Rekorder das Videogerät. Mit einem DVD-Rekorder können Benutzer mehr Filme auf kleinen Silberscheiben aufnehmen und speichern als auf den unhandlichen VHS-Bändern.

„Ein Auslaufmodell ist der Videorekorder aber noch lange nicht“, sagt Jochen Wiesinger von der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GfU). Nach Schätzung der GfU werden 2003 rund 1,4 Millionen Videorekorder in Deutschland verkauft, nach fast zwei Millionen im Vorjahr. Zum Vergleich: Im laufenden Jahr werden nur rund 270 000 DVD-Rekorder verkauft, die immer noch deutlich teurer sind als ihre analogen Vorgänger. Während der Durchschnittspreis eines DVD-Rekorders laut GfU bei 670 Euro liegt, kosten Videorekorder im Schnitt nur noch 150 Euro. Die analoge Technik ist inzwischen längst ausgereift, jeder Billiganbieter kann die Geräte massenweise produzieren. „Das drückt die Preise“, sagt Wiesinger. Bei der Elektronikkette Saturn kostet das billigste Gerät 89 Euro. Für zehn Euro mehr bekommt man beim Aldi-Lieferanten Medion ein Hifi-Gerät mit deutlich besseren Funktionen.

Im freien Fall sind auch die Preise für DVD-Rekorder. Einsteigergeräte sind für 300 Euro zu haben. Vor einem Jahr waren es noch mehr als 1000 Euro. „Die Preise für eine neue Technologie sind noch nie so schnell gesunken“, sagt Wiesinger. Der Grund: Die No- Name-Hersteller kopieren die Technik heute viel schneller. Und: Nirgendwo ist der Preiskampf der Handelsketten schärfer als in Deutschland. Foto: Mike Wolff

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