Wirtschaft : Viel Lob für Rheinmetall-Vorstand

BERLIN (jojo).Für Rheinmetall-Vorstandschef Hans U.Brauner muß der gestrige Donnerstag ein äußerst befriedigender Tag gewesen sein.Der Unternehmensführer bekam für den Umbau des Rheinmetall-Konzerns während der vergangenen Monate auf der Hauptversammlung Zustimmung von allen Seiten.Auch vom Mehrheitsaktionär bekam Brauner den Rücken gestärkt."Wir werden auch in der nächsten Generation zu Rheinmetall halten", sagte Aufsichtsratschef Wigand Freiherr von Salmuth als Vorsitzener der Röchling GmbH, die 66 Prozent der Stammaktien hält."Der Großaktionär ist auf ihrer Seite, Herr Brauner", unterstrich Salmuth das Vertrauen der Besitzerfamilie Röchling.Der Kontrast zur Berliner Elektro Holding AG hätte nicht größer sein können: Bei der Hauptversammlung des Konzerns am Dienstag war es zu einem heftigen Streit zwischen dem Großaktionär, der Familie Bernau, und Aufsichtsrat beziehungsweise Vorstand gekommen.

Bei Rheinmetall übten sich die Aktionäre hingegen in Harmonie.Dazu trugen nicht zuletzt die guten Zahlen bei, die Brauner für das erste Halbjahr 1998 vorlegte.So kletterte der Konzernumsatz um mehr als 35 Prozent auf 3,6 Mrd.DM.Der Auftragseingang stieg um rund 45 Prozent auf 4,3 Mrd.DM.Der Auftragsbestand wuchs um 17 Prozent auf 7,4 Mrd.DM.Auch beim Gewinn liege man besser als im Vorjahr, sagte Brauner, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Nach einem Umsatz von 6,6 Mrd.DM im vergangenen Jahr will Brauner 1998 acht Mrd.DM erreichen.Der Gewinn soll nach 180 Mill.DM 1997 jetzt über 200 Mill.DM liegen.Bislang hätten alle Sparten außer den Büromöbeln positiv zum Gewinn beigetragen.Von der Bürosparte werde man sich nach und nach trennen.Bei der Dividende - für das abgelaufene Geschäftsjahr um zehn Pfennige gestiegen - werde man sich künftig an den Kriterien Kontinuität und Ertragsentwicklung orientieren.

Bis zur Jahrtausendwende hat sich Rheinmetall ehrgeizige Ziele gesetzt: Der Umsatz soll auf zehn Mrd.DM klettern.Zu diesem Wachstum soll vor allem der Unternehmensbereich Automobiltechnik beitragen, der seinen Umsatz von drei auf fünf Mrd.steigern soll.Die Elektroniksparte soll von einer auf zwei Mrd.DM wachsen.Die Wehrtechnik sieht Brauner durch den Zuschlag für das gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug GTK gestärkt.Damit sei das Geschäft in dieser Sparte für die kommenden zehn Jahre gesichert.Von den sechs Mrd.DM, die der Auftrag umfaßt, werden rund 30 Prozent an Rheinmetall gehen.

Darüber hinaus führe Rheinmetall Gespräche mit in-und ausländischen Gesellschaften über Bündnisse in der Rüstungsindustrie.

Für die Hauptversammlung 1999 kündigte Brauner die Einführung der Stückaktie und die Umstellung des Nennkapitals auf Euro an.Darüber hinaus soll dann neues genehmigtes Kapital beantragt werden.Hauptaktionär Röchling hat dazu bereits seine Zustimmung signalisiert.

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