Wirtschaft : Viel Platz für Autos und Märchenstunden

Audi eröffnet siebten Berlin-Standort in Adlershof.

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Rotes Band. Wowereit (r.) und Audi-Vertriebschef Renz eröffneten das neue Audi- Zentrum in Adlershof.Foto: Eventpress Herrmann
Rotes Band. Wowereit (r.) und Audi-Vertriebschef Renz eröffneten das neue Audi- Zentrum in Adlershof.Foto: Eventpress HerrmannFoto: Eventpress Herrmann

Berlin - Audi will es wissen in der Hauptstadt. Der Autohersteller, der auf dem Berliner Markt hinter Mercedes und BMW auf Platz drei fährt, hat am Mittwoch seinen siebten Standort an der Spree eröffnet: das Audi-Zentrum Berlin Adlershof. Der 34-Millionen-Euro-Bau, der in 18 Monaten Bauzeit fertiggestellt wurde, sei das „Flaggschiff der Audi-Vertriebsoffensive“, sagte Michael-Julius Renz, Vertriebsleiter für Deutschland. Acht Milliarden Euro werde Audi in den kommenden fünf Jahren in Deutschland investieren und allein 2012 rund 3400 Mitarbeiter einstellen – einen Teil davon in Berlin. In Adlershof, wo Audi auf einer Fläche von drei Fußballfeldern 350 Autos ausstellen kann, entstehen zunächst 64 neue Arbeitsplätze, bis 2014 sollen es 90 werden.

Zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zerschnitt Renz das rote Band zur Einweihung des größten Audi-Zentrums Deutschlands, das an der A 113 und in der Nähe des neuen Großflughafens liegt. Erkennungsmerkmal des Autohauses ist ein 31 Meter hoher Glasturm, in dem 20 Audi-Fahrzeuge präsentiert werden.

„Strengen Sie sich an!“, appellierte Wowereit an die Audi-Manager – und hatte dabei den starken Auftritt der Wettbewerber Mercedes und BMW im Blick, die (wie berichtet) größere Anteile am Berliner Automarkt halten als Audi (6,3 Prozent). Immerhin sei die VW-Tochter im Vertriebsgebiet Ost vor der Konkurrenz Marktführer, hob Ferdinand Schneider, Geschäftsführer des Audi-Zentrums Berlin, hervor. Und auch in der Bundeshauptstadt sei Audi „gut unterwegs“. 2011 verkaufte der Hersteller hier 3000 Neuwagen und 2600 Gebrauchte. Die Zahl der Audi-Neuzulassungen lag laut Kraftfahrtbundesamt insgesamt bei knapp 5300.

„Wer hier investiert, glaubt an die Zukunft des Standorts“, lobte Klaus Wowereit das Engagement des Autokonzerns. Und der hat noch mehr vor: Bis Ende 2013 soll in Berlin-Zehlendorf ein weiteres Audi-Zentrum entstehen, Spatenstich ist in wenigen Wochen. Zwischen 2009 und 2013 werde Audi seinen Umsatz in Berlin verdoppeln, sagte Schneider. Wie viel der Autokonzern aktuell in der Stadt umsetzt, verriet er nicht. 2011 sei aber das erfolgreichste Jahr in der Geschichte von Audi in Berlin gewesen. Im laufenden Jahr will der Hersteller mit seinen aktuell 415 Mitarbeitern den Absatz um 40 Prozent auf 4300 Neuwagen steigern, bei den Gebrauchten soll gar ein Sprung von 65 Prozent auf 4300 Fahrzeuge gelingen.

Der „Jumbo in Adlershof“, wie Schneider das neue Autohaus nannte, soll dabei helfen; der Probebetrieb läuft seit dem 1. Februar. Auch vom neuen Flughafen, der am 3. Juni eröffnet wird, verspricht sich Audi eine größere Aufmerksamkeit für das neue Verkaufs- und Servicezentrum. „Der Standort war die richtige Wahl“, sagte Ferdinand Schneider. In Adlershof werde man sich auch sozial engagieren, zum Beispiel mit „Märchenstunden“ im Autohaus. Klaus Wowereit wünschte Glück: „Ich hoffe für Sie, dass in diesem Autohaus nicht jeden Tag Märchenstunden stattfinden.“ Henrik Mortsiefer

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