Wirtschaft : Viele Bundesländer bevorzugen wieder beamtete Lehrer

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Wer ist günstiger - ein beamteter oder ein angestellter Lehrer? Die Frage taucht in regelmäßigen Abständen auf. Die Meinungen darüber gehen in den verschiedenen Bundesländern auseinander. Um endlich eine klare Antwort zu bekommen, hat die Hamburger Schulsenatorin Rosemarie Raab (SPD) beim HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung Hamburg eine entsprechende Studie, den "Report 195", in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Beamtinnen sind durch die Bank teurer als vergleichbare Angestellte im Schulbereich. Bei den männlichen Lehrern ist allerdings keine klare Aussage möglich.

Das HWWA ist bei seinem Gutachten von folgenden Annahmen ausgegangen: Lehrerinnen arbeiten im Durchschnitt 26 Jahre ihres Lebens - vom 30ten bis zum 57ten Lebensjahr. Ein Lehrer arbeitet 28 Jahre - vom 32ten bis zum 60ten Lebensjahr. Bei den Frauen ist das Ergebnis klar: Angestellte Lehrerinnen an Gymnasien und Berufsschulen sind um 1,7 Prozent günstiger für ihren Arbeitgeber als beamtete Lehrerinnen. Sind sie an Volks- oder Realschulen angestellt, so sind sie um immerhin 1,4 Prozent günstiger als Beamtinnen.

Bei den Männern ist es zunächst umgekehrt: Angestellte Lehrer - egal wo - sind um 2,1 Prozent teurer als beamtete Lehrer. Die Kostenvorteile des Beamtenstatus sinken jedoch sehr schnell, wenn man folgendes berücksichtigt: Ein Angestelltenverhältnis ist um so günstiger, je später der Lehrer in den Schuldienst eintritt, je später er pensioniert wird und je höher seine Lebenserwartung ist. Unter Umständen kann das Angestelltenverhältnis dann das kostengünstigere sein, resümiert das HWWA. Die Hamburger Wissenschaftler geben allerdings zu bedenken, dass Beamte günstiger für den Arbeitgeber werden, wenn sich ihre Dienstzeit verlängert.

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