Vielfalt in Unternehmen : „Wir brauchen neue Ansätze“

Ob in der Dienstleistungsbranche oder in der Industrie: Austausch ist wichtig für mehr Innovation. Wo gleich gedacht wird, kann nichts Neues entstehen.

Ana-Cristina Grohnert

Unsere Gesellschaft und damit auch unsere Belegschaft, die Wirtschaft und damit auch unser Geschäftsumfeld und unsere Unternehmen verändern sich mit zunehmender Geschwindigkeit: sie werden internationaler, komplexer, vielfältiger. Viele der aktuellen Diskussionen, ob zum Thema demografischer Wandel und Fachkräftemangel, Migration und Integration, Wertewandel und die Veränderung von Rollen, Frauen in Führungspositionen, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Technologie und Zukunft der Arbeit (die Liste ließe sich endlos fortsetzen) beziehen sich in einer oder der anderen Form auf Dimensionen von Vielfalt.

Wir brauchen neue Ansätze und Paradigmen, um Antworten auf diese Veränderungen und Herausforderungen zu finden. Wir müssen lernen, mit Vielfalt effektiv umzugehen und sie zu nutzen. Ob in der Dienstleistungsbranche oder in der Industrie, viele Unternehmen haben erkannt, dass Innovation und Qualität – und damit Wettbewerbsfähigkeit – nur dort entstehen können, wo unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen zusammenkommen. Wo gleich gedacht wird, kann nichts Neues entstehen. Vielfalt in der Belegschaft zu reflektieren ist für Organisationen – egal aus welchem Sektor – an einem Standort wie Deutschland im 21. Jahrhundert ein Imperativ. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssen gemeinsam an Lösungen und Wegen arbeiten, um Antworten auf die eingangs genannten Herausforderungen zu finden. Die Charta der Vielfalt ist ein Katalysator für diesen Diskurs.

Als Unternehmensinitiative hat sie sich seit ihrer Gründung 2006 die Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen zum Ziel gesetzt. Die Organisationen, die sich der Charta anschließen, sollen als Vorbild für einen produktiven und im wahrsten Sinne des Wortes gewinnbringenden Umgang mit der Vielfalt sowie für ein vorurteilsfreies und inklusives Arbeitsumfeld dienen. Die Entwicklung, die die Initiative Charta der Vielfalt in den knapp sieben Jahren seit ihrer Gründung genommen hat, ist bezeichnend für die Präsenz und die Wichtigkeit des Themas. Bis heute ist die Gruppe der Unterzeichner auf 1700 gewachsen, die gemeinsam für mehr als 6,7 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen stehen.

Die Charta der Vielfalt treibt mit unterschiedlichen Projekten die inhaltliche Diskussion zu Diversity Management in Deutschland voran und setzt die Agenda in diesem zukunftsweisenden Feld. Hierbei wird Diversity im ganzheitlichen Ansatz verstanden, das heißt jede Form von sichtbarer und unsichtbarer Vielfalt wird berücksichtigt. Neben etlichen Publikationen, Veranstaltungen und dem ersten bundesweiten Deutschen Diversity-Tag ist die Konferenz DIVERSITY 2013 in Kooperation mit dem Tagesspiegel sicherlich ein Highlight. Sie vernetzt Akteure aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft sektorübergreifend und bietet so eine einmalige Plattform für Diskussion, Austausch und Innovation im Bereich des Diversity Managements.

Ich wünsche allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Konferenz neue Anregungen, spannende Einblicke und viel Inspiration, die sie mit zurück in ihre Organisationen tragen können.

Die Autorin ist Vorstandsvorsitzende des Charta der Vielfalt e.V. und Managing Partner bei Ernst & Young

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