Wirtschaft : Vier Möglichkeiten

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Die Erfolgsbilanz von Heinrich von Pierer wird ausgerechnet vom größten SiemensGeschäftsgebiet gewaltig getrübt. Für die Kommunikationssparte mit 60000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 18 Milliarden Euro konnte der scheidende Konzernchef keine guten Zahlen präsentieren. Der im Oktober aus der Fusion der Netzwerk- und Mobilfunksparte hervorgegangene Bereich konnte sein Ergebnis im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nur dank des Verkaufs eines Aktienpakets von 174 Millionen auf 240 Millionen Euro steigern. Ansonsten wäre der Gewinn deutlich gesunken.

Die Handysparte blieb dabei das größte Sorgenkind: Sie wies im Quartal ein Minus von 143 Millionen Euro aus, nach einem Minus von 141 Millionen Euro im vorangegangenen Quartal. Der Absatz ging von 15,2 Millionen auf 13,5 Millionen Einheiten zurück. Eine Lösung für das Handygeschäft präsentierte von Pierer auf der Hauptversammlung nicht.

Ihm sei klar, dass Bedarf nach schneller Abhilfe und einer strategischen Neuausrichtung bestehe. „Wir haben uns einen Fahrplan zurechtgelegt, den wir zügig, aber nicht hastig abarbeiten“, sagte von Pierer. Er rechne mit einer Lösung in den nächsten Wochen . Dabei gelte es, die gute Entwicklungsmannschaft, die exzellenten Werke und den Markennamen von Siemens bei Handys zu erhalten. „Eine Option, die Werte vernichtet, ist sicher nicht die beste“, sagte er. Grundsätzlich kämen vier Möglichkeiten – Schließen, Verkaufen, Sanieren oder Kooperieren – in Betracht.

Die Aktionäre forderten den neuen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld auf, die Probleme schnell anzupacken. „Nun ist es Zeit zu handeln “, sagte DWS-Fondsmanager Henning Gephardt. Willi Bender von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger verlangte eine neue Aufstellung des gesamten Bereichs. Von Pierer sagte, die Restrukturierung werde zunächst zu Belastungen in der Kommunikationssparte führen. Langfristig werde die Neuausrichtung aber einen positiven Nettogewinn im dreistelligen Millionenbereich bringen. nic

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