Wirtschaft : "Vierte Kraft": Streit um neuen Stromkonzern spitzt sich zu

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Die Bildung des gemeinsamen Stromkonzerns ("Vierte Kraft") aus den Versorgern Bewag, HEW, Veag und Laubag wird immer unwahrscheinlicher. Der Grund: Auch nach mehrwöchigen Verhandlungen der Mehrheitseigentümer der beteiligten Unternehmen, der schwedischen Vattenfall und der amerikanischen Mirant, sind die Differenzen über Art und Zeitpunkt der Fusionen nicht ausgeräumt. Für zusätzliche Verstimmung sorgte am Dienstag die Festlegung von Vattenfall, Klaus Rauscher zum künftigen HEW-Vorstandschef und später zum Chef der "Vierten Kraft" zu ernennen. Die Personalie sei ohne weitere Erörterung mit dem amerikanischen Partner veröffentlicht worden, hieß es dazu bei Mirant.

Wie der Tagesspiegel aus dem Kreis der Beteiligten erfuhr, wollen die Arbeitnehmervertreter des Bewag-Aufsichtsrates am heutigen Mittwoch weitere Entscheidungen zur Konzernbildung blockieren, wenn sich keine Einigung der Schweden und Amerikaner für eine maßgebliche Beteiligung des Berliner Stromversorgers an der "Vierten Kraft" abzeichnet. Sowohl bei der Bewag als auch beim Hamburger Versorger HEW (Mehrheitseigentümer Vattenfall) seien in den vergangenen Tagen bereits konkrete Markt-Szenarien für den Fall entwickelt worden, dass sich die Eigentümer bei der für Mittwoch-Nachmittag angesetzten Verhandlung nicht näher kommen, hieß es in den Unternehmen.

Der künftige Vorstandschef von HEW, Klaus Rauscher, gehört derzeit dem Vorstand der Bayerischen Landesbank an. Wie HEW am Dienstag mitteilte, soll über die Einsetzung Rauschers am 4. Oktober im Aufsichtsrat der HEW entschieden werden. Rauscher gilt in Branchenkreisen als Interessenvertreter der Eon AG. Für Eon nahm er im vergangenen Jahr Aufgaben in den Aufsichtsräten der Veag und der Bewag wahr.

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