Wirtschaft : Villeroy & Boch macht wieder Gewinn

METTLACH (shf/HB).Der Keramikkonzern Villeroy & Boch ist im vorigen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt.Nach dem hohen Fehlbetrag von 103 Mill.DM im Jahr zuvor haben die Saarländer nun 38 Mill.DM Plus erwirtschaftet.Allerdings wird die Trendwende durch Steuerrückzahlungen und den besonders hohen Strukturaufwand des Jahres 1996 überzeichnet.

Das Geschäftsergebnis vor außerordentlichem Aufwand verbesserte sich um 44 Prozent auf rund 48 Mill.DM.Im operativen Geschäft profitierte Villeroy & Boch vom ersten organischen Wachstum seit mehreren Jahren.Außerdem wirkte sich der drastische Personalabbau um 520 Mitarbeiter im Inland aus.Dank zweistelliger Steigerungen im Export erhöhten sich die Gesamterlöse um 4,7 Prozent auf 1,44 Mrd.DM, wobei die Sparte Tischkultur (Geschirr, Glas, Besteck) abermals am stärksten zulegte.Auch das operative Ergebnis in diesem ertragsstärksten Arbeitsgebiet des Konzerns hat sich erneut deutlich verbessert.Im Fliesengeschäft, dem Sorgenkind, konnte der Betriebsverlust gegenüber 1996 zwar verringert werden.Die erwartete Ergebnisverbesserung sei jedoch nicht erreicht worden, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Wendelin von Boch.Villeroy & Boch ist der chronischen Ertragsschwäche dieser Sparte in den vergangenen beiden Jahren mit umfangreichen Investitionen und einer Umstellung der Produktionsstrukturen entgegengetreten, die sich jedoch als unerwartet schwierig entpuppte.Auch für 1998 kündigen sich daher rote Zahlen in der Sparte an.Für das Gesamtunternehmen stellt von Boch dagegen ein leichtes Wachstum von Umsatz und Ergebnis in Aussicht, wobei er die Impulse ausschließlich aus dem Ausland erwartet.

In den ersten vier Monaten erzielte die Gruppe ein Umsatzplus von 4,7 Prozent bei stabilem operativen Ergebnis.Zuwächse verbuchten Sanitär und Tischkultur, während die Erlöse bei Fliesen schrumpften.Wendelin von Boch will das Unternehmen nach Jahren der Stagnation auf einen neuen Wachstumskurs führen und setzt dabei vor allem auf den Ausbau der Auslandspräsenz und eine neue Marketing-Strategie, die stärker auf eine emotionale Verbraucher-Ansprache abhebt.Der Börse fehlt offenbar noch das Vertrauen in die Neuausrichtung: Die V & B-Vorzüge notierten am Dienstag nahezu unverändert bei 260 DM und werden damit nur zum Buchwert gehandelt.

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