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Virtuelle Währung : Ebay könnte Bitcoins einsetzen

Ebays Zahlungsabwickler Braintree soll überlegen, Bitcoins zu akzeptieren. Dem Digitalgeld würde das einen kräftigen Schub geben.

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Ebay überlegt, Bitcoins als Zahlungsmittel zuzulassen.
Ebay überlegt, Bitcoins als Zahlungsmittel zuzulassen.Foto: dpa

Das könnte die Art und Weise verändern, wie Menschen online zahlen: Der Internet-Handelskonzern Ebay überlegt, die Digitalwährung Bitcoin künftig als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Die Tochterfirma Braintree soll dafür bereits erste Gespräche mit Firmen aus der Bitcoin-Branche führen, berichtet das „Wall Street Journal“. Eine Sprecherin des Unternehmens wollte das am Freitag zwar nicht bestätigen. Sie sagte allerdings:„Wir denken, dass Bitcoin künftig eine wichtige Rolle beim Thema Bezahlen spielen wird.“

Entscheidet sich die Ebay-Tochter Braintree tatsächlich dazu, Bitcoins zu nutzen, dürfte das der Digitalwährung einen deutlichen Schub nach vorne geben. Der Dienstleister, den Ebay im September 2013 gekauft hatte, wickelt zum Beispiel Zahlungen für Firmen wie den Bettenvermittler Airbnb oder den Fahrdienst Uber ab. Sie dürften die Digitalwährung zuerst einführen. Funktioniert das, könnte auch Ebay Bitcoins annehmen.
„Das würde die Akzeptanz der Digitalwährung auf einen Schlag um ein Vielfaches erhöhen“, sagt Oliver Flaskämper. Er ist Vorstandsmitglied der deutschen Handelsplattform bitcoin.de.

Es fließt mehr Geld in Bitcoin-Start-ups

Im letzten Jahr häuften sich Nachrichten aus der Branche – nicht immer waren sie positiv. So meldete die Onlinebörse Mt. Gox im Februar Insolvenz an. Doch der Branche scheint das nicht geschadet zu haben. Risikokapitalgeber steckten in den ersten sechs Monaten diesen Jahres bereits 250 Millionen Dollar in Bitcoin-Start-ups – im gesamten Jahr 2013 waren es gerade einmal 80 Millionen Dollar gewesen.

Entstanden war die Digitalwährung nach Ausbruch der Finanzkrise aus dem Wunsch, eine Alternative zum traditionellen Währungssystem aufzubauen. Als Erfinder gilt ein Japaner, der sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto versteckt. 2009 hat er ein PDF-Dokument mit der Erläuterung ins Netz gestellt, wie man Bitcoins schöpft. Denn Bitcoins sind nichts weiter als verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben. Sie entstehen im Rahmen eines komplexen Rechenprozesses am Computer. In Onlinebörsen können Nutzer Euro oder Dollar in Bitcoins umtauschen und danach in einer digitalen Geldbörse speichern.

Die Zahl der Onlineshops, die Bitcoins annehmen, steigt

Bereits jetzt akzeptieren einige Onlineshops Bitcoins als Zahlungsmittel. So können Kunden in den USA auf der Internetseite des Computerherstellers Dell mit der Digitalwährung bezahlen. Und auch die Reise-Plattform Expedia nimmt für Buchungen Bitcoins an. Bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia und dem deutschen Naturschutzbund BUND können Verbraucher mittlerweile in der Digitalwährung spenden. Und im Berliner Gräfekiez akzeptieren einige Geschäfte Bitcoins, die über das Smartphone abgebucht werden.

Das alles zeigt, dass sich das Image der Digitalwährung wandelt. „Auch Banker nehmen das Thema Bitcoins mittlerweile ernst“, sagt Flaskämper.
Immer mehr Aufsichtsbehörden denken darüber nach, wie sie den Markt regulieren können. Der US-Bundesstaat New York hat bereits ein strenges Regelwerk für Bitcoins ausgegeben. Und auch in Europa, wo derzeit noch jedes Land anders mit der Digitalwährung umgeht, tut sich etwas. „Auf europäischer Ebene könnte es bald einen rechtlichen Rahmen für die Regulierung von Bitcoins geben“, vermutet Flaskämper.

Der Ebay-Chef glaubt an die Digitalwährung

Denn: Je beliebter die Digitalwährung wird, desto lauter warnen Notenbanker und Verbraucherschützer vor ihrer Nutzung. Die Kurse der Bitcoins schwanken stark und das Risiko von Hackerangriffen ist hoch. Zudem fällt die Digitalwährung nicht unter die Einlagensicherung: Zweigen Diebe Bitcoins aus privaten Accounts ab, kommt dafür bislang niemand auf. Ebay-Chef John Donaho scheint dennoch von Bitcoins überzeugt zu sein. „Digitalwährungen werden sich zu einer sehr mächtigen Sache entwickeln“, sagte er der „Financial Times“.

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