Visa : Plastikgeld wird billiger

Das Kreditkartenunternehmen Visa will auf Druck der EU Gebühren für Debitkarten senken. Die Kommission untersucht weiter die Gebühren bei Zahlungen mit Privatkunden-Kreditkarten und sogenannten Charge-Karten, die die Kunden vor dem Bezahlen mit Guthaben aufladen müssen.

BrüsselVisa will laut EU-Kommission bestimmte Gebühren senken, die Interbanken-Entgelte. Dies betreffe aber nur Debitkarten, bei denen wie bei EC-Karten das Konto des Kunden innerhalb von wenigen Tagen belastet wird. Die Senkung würde bei inländischen Transaktionen im Schnitt rund 60 Prozent und bei grenzüberschreitenden Zahlungen rund 30 Prozent betragen und käme letztlich den Verbrauchern zugute, teilte die Kommission am Montag in Brüssel mit. Die Behörde hatte die Gebühren wegen einer möglichen Verletzung der europäischen Wettbewerbsregeln unter die Lupe genommen, Visa drohten Strafen.

Zahlt ein Kunde in einem Geschäft mit seiner Visa-Karte, bucht die Bank des Verbrauchers den vollen Betrag von dessen Konto ab. Beim Händler kommt aber deutlich weniger an, denn Visa behält Gebühren ein. „Die entsprechenden Kosten wälzen die Händler wiederum auf ihre Kunden ab“, erklärte die Kommission. Visa habe nun eine Senkung auf 0,20 Prozent der Kauf- oder Dienstleistungssumme vorgeschlagen.

Die Kommission untersucht weiter die Gebühren bei Zahlungen mit Privatkunden-Kreditkarten und sogenannten Charge-Karten, die die Kunden vor dem Bezahlen mit Guthaben aufladen müssen. Bei den grenzüberschreitenden Zahlungen kämen Kunden in ganz Europa in den Genuss der Senkung. Bei inländischen Zahlungen wäre nur eine Reihe von Ländern betroffen, zu denen Deutschland nicht gehört. Hier setzen die Banken selbst die Gebühren fest, nicht das Kreditkartenunternehmen. (AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar