Wirtschaft : Vivas Börsenstart: Auftaktkurs kein Hit - Notirung liegt beim Ausgabepreis

Der Kölner Musiksender Viva hat sich bei seinem Börsen-Debüt am Mittwoch nicht als Hitparaden-Stürmer erwiesen. Bei einem eher schwachen Start am Neuen Markt rutschte die Aktie am Morgen leicht unter ihren Ausgabepreis von 17 Euro. Nachdem der Eröffnungskurs noch bei 17,14 Euro notierte, setzte eine erste Verkaufswelle ein. Mittags näherte sich der Wert dem Ausgabepreis wieder an. Angesichts der allgemeinen Börsenflaute, zeigte sich die Viva Media AG, die als Kerngeschäft die werbefinanzierten Musik-Programme Viva und Viva zwei betreibt, dennoch zufrieden und wollte am Abend feiern.

Die Aktie sei vor allem bei institutionellen Anlegern gefragt, meinte Viva-Finanzvorstand Christian Gisy in Frankfurt. Insgesamt waren 5,35 Millionen Aktien zur Zeichnung angeboten worden. Viva flossen damit etwa 83 Millionen Euro (rund 162 Millionen Mark) in die Kassen. Die Mediengruppe will mit dem Geld international "aggressiv" expandieren. "Mit neuen Projekten, wie einer im August startenden Internet-Plattform und einer Radio-Frequenz, wollen wir die Erwartungen der Anleger erfüllen", erklärten Gisy und Vorstandschef Dieter Gorny unisono.

Mit dem Geld aus dem Börsengang soll vor allem eine Internet-Plattform, Web-TV, ein bundesweiter Radiosender und ein multimediales Netzwerk zur Kommunikation mit Jugendlichen in Deutschland und Europa aufgebaut werden. "Viva ist die Kommunikationsverbindung zwischen Herstellern von Markenartikeln und deren Konsumenten", so das Credo von Viva-Chef Gorny. Zielgruppe seien 14- bis 29-Jährige sowie Ältere, die "ebenfalls jugend- und popkulturell orientiert sind". Viva sieht sich als "die führende deutsche Jugendmarke".

Die Viva-Media-Gruppe verfolgt ihren Internationalisierungskurs seit September 1999. Auf die Gründung einer polnischen Tochtergesellschaft folgte der Einstieg in der Schweiz, wo im September ein entsprechendes Programm unter dem Namen Viva Swizz firmieren werde. Als nächstes werde Viva in Italien und Spanien expandieren, dem dritt- beziehungsweise fünftgrößten TV-Werbemarkt in Europa. Auf der Liste stehen auch die Niederlande und Ungarn.

0 Kommentare

Neuester Kommentar