Wirtschaft : Vivendi: Der Konzern kauft den Online-Musikanbieter MP3.com

Der Mischkonzern Vivendi Universal kauft den kalifornischen Online-Musikanbieter MP3.com und baut damit einen Gegenpol zur Allianz von Bertelsmann und Napster auf. Wie Vivendi in San Diego bekanntgab, zahlt der französisch-kanadische Konzern für die Übernahme 372 Millionen Dollar (rund 829 Millionen Mark) in bar und in eigenen Aktien. Auf den Musikwebsites MP3.com, GetMusic, FarmClub und EMusic hat Vivendi demnach künftig 40 Millionen angemeldete Nutzer. Das Expertenwissen des Unternehmens soll unter anderem für das geplante gemeinsame Internet-Musikabonnement Duet von Vivendi und dem japanischen Sony-Konzern genutzt werden.

MP3.com sei ein wichtiger Faktor auf dem Weg von Vivendi Universal zum führenden Online-Musikanbieter, erklärte Vivendi-Chef Jean-Marie Messier. "MP3.com wird für Vivendi in den strategischen Bereichen Online-Musik, Abonnement, Vermarktung, Technologie und Content sehr wertvoll sein", sagte der Vivendi-Chef. Mehr als die Hälfte der Aktionäre hätten der Übernahme bereits zugestimmt, hieß es weiter.

Der Firmennahme leitet sich vom populären MP3-Datenformat für digitale Musik ab. Wie Konkurrent Napster stand MP3.com in der Vergangenheit im juristischen Kreuzfeuer, weil Plattenfirmen durch die Online-Angebote das Urheberrecht verletzt sahen. Im vergangenen Herbst war Bertelsmann aus der Reihe der gegen Napster klagenden Unternehmen ausgeschert und will die kostenlose Musiktauschbörse in einen kostenpflichtigen Abo-Dienst umwandeln. Anfang März hatte ein US-Gericht Napster per einstweiliger Verfügung dazu verpflichtet, einen Filter einzurichten, durch den urheberrechtlich geschützte und von der Musikindustrie gekennzeichnete Titel vom Tausch ausgeschlossen werden.

Auf der Website von MP3.com können fast 700 000 Titel von mehr als 100 000 Künstlern in Beinahe-CD-Qualität heruntergeladen werden. Firmengründer Michael Robertson entwickelte zuletzt eine Software namens Digital Automatic Music, die den Künstlern 50-prozentige Tantiemen sichert. Trotzdem brachte die inzwischen von Vivendi übernommene Universal Music Robertson vor Gericht.

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