Wirtschaft : Vivendi, Endesa und RWE - drei Beispiele

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Die Vivendi-Aktie steht bei vielen Analysten auf der Kaufliste. Der Mischkonzern hat sein turbulentes Geschäftsjahr 1999 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Vivendi strebt in den verbleibenden Kernsparten Kommunikation und Umwelt eine Erlössteigerung von 25 Prozent an. Die Bruttomarge soll um 75 Prozent und der Reingewinn 30 Prozent wachsen. So startete Vivendi mit einer deutlichen Internet-Orientierung ins Jahr 2000. Die Vivendi-Tochter Net plant mit Vodafone Airtouch, ein über verschiedene Kanäle zugängliches Portal aufzubauen. Über dieses Portal sollen Menschen ihre Telefongespräche sowie Internetkontakte abwickeln und vor allem ihre Fernsehabende verbringen. Julius Bär stuft die Aktie mit "outperform" (besser als der Markt) ein.

Der spanische Branchenführer Endesa gilt vor allem wegen seiner internationalen Ausrichtung als sehr interessant. Er hat sich in Südamerika einen großen Marktanteil gesichert. Damit dürfte Endesa langfristig von den Wachstumsaussichten der lateinamerikanischen Schwellenländer profitieren. Die geringeren Margen im Kerngeschäft macht Endesa durch mutige Diversifizierung wett. Das Unternehmen ist in der Telekommunikation engagiert und besitzt Anteile an Kabelfernsehen, Mobil- und Festnetz. Auch plant Endesa, im größeren Stil in den E-Commerce zwischen Unternehmen für die Bereiche Strom, Wasser und Gas einzusteigen. Seit Ankündigung dieser Strategie verzeichnete die Aktie starke Gewinne. Merrill Lynch sieht sie als "Kauf".

Die RWE-Aktie hat wieder zugelegt. Der Stromkonzern ist nach Ansicht vieler Analysten stark unterbewertet. Der Börsenwert liegt bei 17,9 Milliarden Euro. Positiv beurteilen Analysten die Übernahme von VEW. Dadurch wird RWE wieder an der Spitze des deutschen Marktes stehen und den dritten Platz in Europa hinter der französischen EdF und der italienischen Enel verteidigen. Mit über 25 Milliarden Euro ist die Kasse prall gefüllt, die für Übernahmen und für den Ausbau als Rundumversorger eingesetzt werden können. Allerdings gilt der Stromriese wegen seines geringen Börsenwertes derzeit auch als Schnäppchen, dem eine feindliche Übernahme drohen könnte. Hartmut Moers von Julius Bär billigt der Aktie überdurchschnittliche Chancen zu.

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