Wirtschaft : Vivendi findet Käufer für Teil der Verlagssparte

Lagardère kauft Literaturgeschäft für 1,25 Milliarden Dollar

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Paris (bba/HB). Der hoch verschuldete Medienkonzern Vivendi Universal hat sich mit dem französischen Mischkonzern Lagardère SCA über den Verkauf des europäischen Teils seiner Verlagssparte geeinigt. Dies teilte Vivendi Universal am Mittwoch in Paris mit. Der Übernahmepreis für Vivendi Universal Publishing (VUP) solle bei 1,25 Milliarden Euro liegen. Der endgültige Preis werde die bereits getätigten Spartenverkäufe der VUP berücksichtigen, so der Konzern.

Zu den Aktiva, die Lagardère erwerben werde, zählen das traditionelle Literaturgeschäft von VUP sowie die Referenz und Lehrbuchsparte. Vom Verkauf an Lagardère ausgenommen bleibe dagegen der US-Schulbuchverlag Houghton Mifflin sowie das Schulsoftware- und Videospielegeschäft, so Vivendi. Für Houghton Mifflin, den Ex-Vivendi-Chef Jean-Marie Messier 2001 für knapp 2,2 Milliarden Dollar gekauft hatte, werde jetzt erneut ein Käufer gesucht, hieß es. Die französische Holding Eurazeo wolle bald ein Gebot für die US-Verlagssparte von Vivendi vorlegen, wie Eurazeo-Chef Patrick Sayer sagte. Bis Freitag müsse ein „deutlich höheres Angebot" eintreffen, erklärte Vivendi. Noch am Montag hat ein Konsortium von Eurazeo und der Carlyle Group kurz vor Gebotsschluss eine Offerte für das Buchgeschäft unterbreitet, wie aus informierten Kreisen verlautete.

Die Entscheidung, die europäischen und die US-Vermögenswerte der Verlagssparte VUP getrennt zu verkaufen, kam überraschend. Am Dienstag war bekannt geworden, dass drei Bietergruppen zusammen weniger als 3,09 Milliarden Euro für die gesamte Sparte geboten hatten. Als Kaufinteressenten galten zwei Konsortien: Auf der einen Seite die US-Investmentfirmen Apax Partners, Thomas H. Lee Partners, Blackstone und Bain Capital zusammen mit der Pariser Paribas Affaires Industrielles. Auf der anderen Seite die Carlyle Group mit den Banken Lazard und Crédit Agricole.

Vivendi Universal hatte sich vom Verkauf der Sparte Einnahmen von mindestens 3,5 Milliarden Euro erhofft. Von denen sollten nach Abzug von Steuern voraussichtlich zwei Drittel bis drei Viertel in die Konzernkasse fließen. Zum einen um den Schuldenberg von 19 Milliarden Euro abzubauen. Zum anderen, um die Mehrheit an Cegetel zu kaufen und gleichzeitig den Übernahmeversuch von Vodafone abzuwehren.

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