Wirtschaft : Vodafone-Aktien sind kein Sparbriefe (Kommentar)

Corinna Visser

Vodafone ist nicht Mannesmann. Wer die Aktien des Düsseldorfer Traditionsunternehmens in die neuen Vodafone-Papiere tauscht, wird Anteilseigner eines grundlegend anderen Unternehmens. Das haben beide Konzerne vorher in ihrer aufwendigen Werbeschlacht immer wieder deutlich gemacht.

Klar wurde dabei auch, dass enorme Kosten auf Vodafone zukommen: Nicht nur die Eingliederung von Mannesmann kostet Geld, es müssen weitere Milliarden in den Ausbau der Netze und in neue Partnerschaften oder Akquisitionen investiert werden. Im Mobilfunkgeschäft ist das immer so. Auch die Ausgliederung von Orange aus Mannesmann birgt Risiken. Mannesmann hatte für die britische Mobilfunkgesellschaft 60 Milliarden Mark bezahlt. Dem stehen die Einnahmen aus den Börsengängen der australischen Vodafone-Gesellschaft, der Mannesmann-Bereiche Maschinenbau und Automobilzulieferung entgegen.

Die außerordentlichen Aufwendungen und Erträge bei Vodafone sind das eine. Das boomende Mobilfunkgeschäft steht auf der anderen Seite. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Vodafone in Verbund mit Mannesmann künftig nichts mehr verdienen werde. Selbst wenn die Briten die Dividende streichen sollten: Ein Skandal ist das nicht. Jeder Unternehmer weiß, dass er investieren muss, um die Zukunft seines Unternehmens zu sichern. Manchmal muss der Anteilseigner dabei auf die Ausschüttung des Gewinns verzichten. Letztlich verdient der Anleger an der möglichen langfristigen Wertsteigerung seines Unternehmens.

Eine sichere Geldanlage sind Aktien nicht. Wer sich Anteilsscheine von Unternehmen kauft, muss wissen, dass er dabei ein Risiko eingeht. Genau in diesen Risiken stecken aber auch die Chancen. In den vergangenen Jahren haben Aktionäre im Schnitt weit besser verdient als Sparer. Das heißt aber auch: Viele haben mit Aktien Geld verloren. Wer auf konstante Einnahmen angewiesen ist, darf für diesen Zweck keine Aktien kaufen.

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