Wirtschaft : Vodafone verliert in Deutschland 90000 Kunden

Weltweit telefonieren 104 Millionen Menschen über den Konzern

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London/Düsseldorf (and/slo/HB). Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, hat ihre Position als Marktführerin in Deutschland ausgebaut: Das Unternehmen hatte im abgelaufenen Quartal 23,2 Millionen Kunden und damit 200 000 mehr als drei Monate zuvor. Das verlautete aus T-Mobile-Kreisen. Konkurrent Vodafone (D2) meldete dagegen für den gleichen Zeitraum ein Minus von 90000 Kunden. Damit hat die Nummer zwei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt 21,3 Millionen Kunden.

Der Gründe für den Rückgang: Vodafone hat in Deutschland nach Ansicht von Analysten mehr nicht-aktive Kunden mit im voraus bezahlten Guthabenkarten aus der Statistik ausmustern müssen als T-Mobile. Wesentlich schwerer wiegen aber Vertriebsprobleme, heißt es in der Branche. Denn Vodafone hat sich offenbar den Zorn vieler selbstständiger Händler zugezogen, deren Provisionen inzwischen viel geringer ausfallen als in der Vergangenheit. Die Folge: D2 Vodafone verlor Shops an T-Mobile.

Weltweit telefonieren knapp 104 Millionen Menschen mit Vodafone – das sind 2,7 Millionen mehr als Ende März dieses Jahres. Das gab der weltweit größte Mobilfunkkonzern am Montag bekannt. Die Töchter in den USA, Italien und Japan haben die meisten Neukunden angeworben. Gleichzeitig steigerte Vodafone den Anteil des Umsatzes, der aus Datendiensten wie Wap oder GPRS erzielt wird. Dieser betrug im Juni 14 Prozent, für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres zwölf Prozent. Vodafone-Chef Chris Gent zeigte sich zufrieden: „Die Zahlen verbessern sich weiter, sowohl prozentual als auch absolut.“

Bei der für die Branche sehr wichtigen Kennziffer, dem Durchschnittsumsatz pro Kunde, liegt Vodafone in Deutschland weiterhin vor T-Mobile. Demnach setzte ein durchschnittlicher Vodafone-Kunde in Deutschland im Juni 26 Euro um – ein Euro mehr als ein Quartal zuvor. Bei T-Mobile lag der Durchschnittsertrag pro Kunde im Juni bei 23,2 Euro und damit etwas über dem Betrag des vorangegangenen Quartals, heißt es. Offiziell gibt die Telekom die Mobilfunkzahlen am 21. August bekannt.

Auch der drittgrößte Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland, E-Plus, hat im abgelaufenen Quartal nach Angaben aus Unternehmenskreisen Kunden verloren. Das Unternehmen sei zwar im profitablen Vertragskundengeschäft gewachsen, habe jedoch inaktive Nutzer mit im voraus bezahlten Karten aus dem Bestand nehmen müssen. Unterm Strich sei die Kundenzahl Ende Juni daher deutlich gesunken. E-Plus habe sogar mehr Kunden verloren als Vodafone. Im März hatte E-Plus noch 7,3 Millionen Kunden. O2, die Nummer vier auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, hat mehr als vier Millionen Kunden und ist im vergangenen Quartal gewachsen.

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