Vogelgrippe : Bauern fordern Finanzhilfen

Die Vogelgrippe kommt deutsche Geflügelzüchter teuer zu stehen. Nach eigenen Angaben verzeichnen sie bislang 143 Millionen Euro Verlust. Jetzt fordern sie einen finanziellen Ausgleich von Bund, Ländern und EU.

Berlin/Schwerin - «Es ist eine äußerst schwierige Marktlage», sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Dienstag in Berlin, drei Wochen nach den ersten Vogelgrippefunden in Deutschland. «Die Geflügelwirtschaft ist massiv betroffen.» Besonders die auf Enten und Gänse spezialisierten Betriebe und Brütereien litten wegen der Stallpflicht unter Einbußen.

Weil die Nachfrage deutlich gesunken ist, sollten Geflügelhalter nach Ansicht des Bauernverbandes ihre Mastställe länger leer stehen lassen. Dies könne mit finanziellen Anreizen unterstützt werden. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hatte vergangene Woche über einen Nachfragerückgang von bis zu einem Fünftel geklagt. Nach ersten Berechnungen war das seit Herbst ein Verlust von 143 Millionen Euro. Der Verzehr von Geflügelfleisch sei wegen Untersuchungen durch Tierärzte unbedenklich, betonte Sonnleitner.

Sonnleitner hält ein Auslaufen der Stallpflicht zum geplanten Zeitpunkt Ende April für denkbar. Wenn sich die Wetterbedingungen besserten und das Virus H5N1 möglicherweise verschwinde, könnten die Bauern die Hühner wieder ins Freie lassen. «Entscheidend ist, dass wir die Grippe von den Nutztierbeständen draußen halten.» Eine Impfung von Geflügel zum jetzigen Zeitpunkt lehnte er erneut ab.

Bislang haben Seuchenexperten das Virus bei rund 170 Tieren in sechs Bundesländern nachgewiesen. Geflügelbestände sind in Deutschland bislang verschont geblieben. Bei allen Virusfunden handelte es sich um Wildvögel - abgesehen von einer Katze, die sich auf der Ostseeinsel Rügen mit dem Virus infizierte und starb. Rügen gilt als Schwerpunkt der Vogelgrippe in Deutschland. Von dort wurden am Dienstag zwölf weitere Fälle der Tierseuche bei Wildvögeln gemeldet. Nach Angaben der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich um elf Höckerschwäne und eine Kanadagans. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben