Volks- und Raiffeisenbanken : Mehr Kredite vergeben

Die Volks- und Raiffeisenbanken haben 2009 ihr Kreditgeschäft ausgeweitet. Eine Sonderabgabe für alle Banken lehnen sie ab.

Berlin - Das teilte deren Bundesverband am Dienstag in Berlin mit. Insgesamt gaben sie Kredite von 390 Milliarden Euro heraus, das entspricht einem Wachstum von 3,5 Prozent. Dieser Trend habe sich in den vergangenen Monaten fortgesetzt.

Alles in allem lief 2009 für die 1156 Genossenschaftsbanken gut. Sie erzielten einen Überschuss vor Steuern von knapp drei Milliarden Euro und legten auch bei den Kundeneinlagen zu. Dem weiteren Jahr 2010 sieht der Bundesvorstand optimistisch entgegen. Der konjunkturelle Einbruch sei nicht so stark wie erwartet. Die Kreditausfälle werden zwar nach ihrer Einschätzung moderat steigen, die Volks- und Raiffeisenbanken seien jedoch gut vorbereitet. 2009 bildeten sie nach eigenen Angaben Reserven von 2,4 Milliarden Euro.

Eine Sonderabgabe für alle Banken, um in Krisenfällen zu verhindern, dass sogenannte systemrelevante Banken den Staat zu Rettungsaktionen zwingen können, lehnte der Präsident des Bundesverbands, Uwe Fröhlich, am Dienstag ab. „Diejenigen, die sich in der Krise selber helfen konnten und das System stabilisieren, müssten dann zahlen. Diejenigen, die die größten Risiken eingegangen sind und vom Steuerzahler gerettet werden mussten, würden die Abgabe nicht stemmen können.“

Die Volks- und Raiffeisenbanken setzen sich stattdessen dafür ein, die Risikomessung bei der Bankenaufsicht zu verbessern. Dabei solle in Zukunft stärker differenziert werden. „Sehr unterschiedliche Risiken können nicht in einen Topf geworfen werden. Eine mittlere Volksbank kann nicht mit gleichen Anforderungen belastet werden wie eine international tätige Großbank“, sagte Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann. Für die Zukunft forderte er, die Ursachen der Krise anzugehen. Es brauche eine Lösung, bei der Banken geordnet pleitegehen könnten, ohne das System zu gefährden. sma

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