Wirtschaft : Volksbank drängt bei Berliner Bank Vorstandschef Kauermann warnt vor Wertverlust

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Berlin Die Berliner Volksbank hat eine zügige Entscheidung über den Verkauf der Berliner Bank verlangt. Wenn der Eigentümer, die Bankgesellschaft, noch lange warte, würden „Werte vernichtet“, warnte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Karl Kauermann, am Montag in Berlin. Auch dürfe man „Mitarbeiter und Kunden der Berliner Bank nicht zu lange im Ungewissen lassen“. Man werde das Institut nicht um jeden Preis erwerben, ein Verzicht auf diese Option sei aber „völlig fahrlässig“.

Hintergrund ist die Auflage der EU-Kommission für die Bankgesellschaft, sich von der Berliner Bank bis Ende 2006 zu trennen. Die Volksbank plant, sie als Juniorpartner gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse zu übernehmen. Dahinter steht die Befürchtung, dass ein anderer Wettbewerber die Berliner Bank erwerben und sich zusätzliche Marktanteile in der Hauptstadt sichern könnte. Kauermann will den Kauf so rasch wie möglich über die Bühne bringen – sein Vertrag läuft Ende Juni 2006 aus. Die Suche nach einem Nachfolger habe begonnen, sagte Kauermann.

Die Volksbank hat das Geschäftsjahr 2004 mit einem operativen Ergebnis von 68,4 Millionen Euro abgeschlossen. Das war eine Verbesserung um 73,5 Prozent. Unterm Strich blieb ein Jahresüberschuss von 11,9 Millionen Euro nach 11,35 Millionen im Vorjahr. Damit sei die Sanierung abgeschlossen, sagte Kauermann. Zum zweiten Mal werde an die Genossen eine Dividende von vier Prozent gezahlt. Auf Grund fauler Immobilienkredite war die Volksbank in eine Schieflage geraten, nur dank Garantien in Höhe von 1,6 Milliarden Euro durch den Sicherungsfonds der Genossenschaftsbanken hatte sie überlebt.

Zu den Aussichten für 2005 sagte Kauermann, ein zweistelliges Plus beim Zins- und beim Provisionsergebnis werde es nicht mehr geben. Um das Betriebsergebnis zu steigern, will man den Vertrieb stärken und Kunden gewinnen. brö

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