Wirtschaft : Volksbank zahlt Dividende selbst

Berliner Institut erreicht seine Ziele früher als erwartet

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Berlin (dr). Die Berliner Volksbank kann zum ersten Mal seit 1999 die Dividende wieder aus eigener Kraft zahlen. Die Berliner Genossenschaftsbank weist für das Geschäftsjahr 2003 ein Betriebsergebnis nach Bewertung und Steuern von 15,7 Millionen Euro aus. Rund elf Millionen werden für die Ausschüttung von vier Prozent je Genossenschaftsanteil verwandt und vier Millionen Euro an den Bundesverband der Volks und Raiffeisenbanken für gewährte Hilfen zurückgezahlt. Der Rest stärkt die Rücklagen.

Das Dividendenziel sei damit zwei Jahre früher als geplant erreicht worden, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl Kauermann am Montag. Das Teilbetriebsergebnis lag mit 40,1 Millionen Euro sogar rund 57 Prozent über dem Planwert. Profitiert hat die Volksbank von der deutlichen Erholung des Kapitalmarktes Ende 2003. Aber auch die Steigerung des Provisionsergebnisses um 14,3 Prozent auf 74,4 Millionen Euro trug entscheidend zu dem guten Abschneiden bei. Hinzu kam ein überdurchschnittliches Ergebnis aus Eigenanlagen, das 32,7 Millionen Euro erreichte. Auf der anderen Seite konnten die Verwaltungsaufwendungen insgesamt um fast elf Prozent auf 32 Millionen gesenkt werden, die Personalkosten wurden um knapp drei Prozent auf 148,5 Millionen reduziert. Zum Jahresende beschäftigte die Volksbank 2972 (Jahresanfang 3092) Mitarbeiter, dies entsprach 2594 (2719) Vollzeitarbeitsplätzen. Der Abbau der Beschäftigung sei ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht worden, erklärte Kauermann.

Die Risikovorsorge konnte auf 61,2 Millionen Euro gedrückt werden. Im Vorjahr hatte sie noch rund 99 Millionen Euro erreicht. Die Risiken sind nun kleinteiliger und breiter gestreut, große Kreditengagements wurden innerhalb des Verbandes verkauft.

„Wir gehen davon aus, dass wir auch für das laufende Jahr eine Dividende von vier Prozent locker aus eigener Kraft erwirtschaften können“, sagte Kauermann. Die Risikovorsorge soll auf 51 Millionen Euro gedrückt werden, mittelfristiges Ziel sind allerdings etwa 45 Millionen Euro. „Daran müssen wir noch arbeiten“, so Kauermann. Die Genossenschaftsbank zählte Ende 2003 rund 520000 Privatkunden und etwa 20000 Gewerbekunden. Laut Privatkundenvorstand Rolf Flechsig gewann die Bank rund 50000 Kunden, verlor aber auch etwa 20000 – viele allerdings durch Wegzug aus Berlin.

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