Wirtschaft : Volksfürsoge Versicherung macht ihre ostdeutsche Tochter dicht Ergebnisse enttäuschend

BERLIN (ADN). Der Versicherungskonzern Volksfürsorge wird seine ostdeutsche Tochtergesellschaft bis Ende Juni 2000 mit dem Mutterunternehmen verschmelzen und deren bisheriges Geschäft über die neuen Regionaldirektionen Nordost und Ost von der Zentrale in Hamburg aus steuern. Mit der Angleichung an die in den alten Ländern herrschende Struktur solle die Marktposition des Konzerns in den neuen Ländern gestärkt werden, sagte das für den Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied der Volksfürsorge-Gruppe, Manfred Behrens, am Freitag in Berlin. In den vergangenen zwei bis drei Jahren sei man mit der Entwicklung der Tochter "nicht mehr zufrieden" gewesen. Deren Geschäftsführer waren innerhalb dieses Zeitraums zweimal ausgewechsel worden. Aufgaben und Kunden der Ost-Tochter Volksfürsorge Deutsche Versicherungsvertretung GmbH (VDV), Berlin, werden von den im April gebildeten Regionaldirektionen Nordost mit Sitz Berlin sowie Ost mit Sitz Dresden übernommen. Die Arbeitsplätze bei der VDV gingen nicht verloren, versicherte Behrens. Es sei vielmehr vorgesehen, die Zahl der Beschäftigten in den nächsten zwei Jahren um rund 200 festangestellte Außendienstmitarbeiter auf 550 und längerfristig auf bis zu 700 zu erhöhen. Die Zahl der nebenberuflichen Mitarbeiter solle in den kommenden zwei bis drei Jahren um 1000 auf rund 3000 aufgestockt werden. Die Kosten für den Neuaufbau im Osten bezifferte das Vorstandsmitglied auf 15 bis 20 Mill. DM. Von den 17 Vertriebsdirektionen (bisher VDV-Geschäftsstellen) würden lediglich Dessau und Wernigerode ihren jetzigen Status verlieren, erläuterte Behrens. Sie seien jedoch die ersten Anwärter für den Rang einer Bezirksdirektion, von denen im Osten bei entsprechender Vertriebskraft 30 bis 40 eingerichtet werden sollen. Nach Abschluß des Neuaufbaus im Juni nächsten Jahres habe die Volksfürsorge in ganz Deutschland eine einheitliche Struktur. Der Konzern ist einer der wenigen westdeutschen Versicherer, die für die neuen Länder noch eine eigene Gesellschaft unterhalten.Im vergangenen Jahr habe die VDV Gewinn erwirtschaftet, doch seien die Zahlen "nicht so schwarz gewesen, wie wir uns das vorgestellt haben", sagte Behrens. Aus Unternehmenskreisen hieß es, daß sie leicht über dem vom inzwischen gefeuerten Geschäftsführer Siegfried Multhaupt im Oktober 1998 prognostizierten Plus von 300 000 DM lagen. Allerdings hatte man ein Jahr zuvor noch mit einem Gewinn im Millionen-Bereich gerechnet. Ende Dezember 1998 betreute die VDV rund 520 000 Versicherungsverträge und damit fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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