Wirtschaft : Volkswagen: Gute Zahlen erwartet

stw

Vorstandschef Ferdinand Piëch hat sich schon im Frühjahr festgelegt: Produktion, Umsatz, Gewinn, Rendite - all das soll beim Volkswagen-Konzern auch in diesem Jahr steigen. Mit dem Halbjahresbericht, der am Donnerstag früh vorgelegt wird, dürfte er nach Überzeugung der Analysten einen weiteren Schritt in diese Richtung machen. Bei den Bankexperten wächst jedoch auch die Skepsis. Für VW werde es schwerer, die Ziele zu erreichen.

Albrecht Denninghoff von der Hypo-Vereinsbank zählt in seiner Studie die Hindernisse auf: Die Autokonjunktur in Westeuropa bleibe schwach, es fehlten neue Modelle, das vergangene Rekordjahr habe von einmaligen Effekten profitiert, die Ausrichtung von VW sei wegen des bevorstehenden Führungswechsels unsicher. Arndt Ellinghorst von WestLB-Panmure verweist auch auf den brasilianischen Markt, wo die Probleme hartnäckiger sind als erwartet.

Vor diesem düsteren Szenario blicken die Analysten vor allem auf die Zahlen der produzierten und verkauften Autos. Die Finanzzahlen schätzen die meisten in diesem Fall gering, denn VW steht in dem Ruf, in Zwischenberichten intensive Kosmetik zu betreiben - nicht selten stellte man sich übervorsichtig dar, um am Jahresende umso besser auszusehen. Mit einer Gewinnwarnung, rechnet Ellinghorst nicht. Aber er ist überzeugt, dass VW über kurz oder lang sein Produktionsziel korrigieren muss. Piëch hatte selbst zugegeben, dass ihm die Autokonjunktur bei der geplanten Ausweitung nicht helfen werde. Ellinghorst sieht schon jetzt Anzeichen dafür, dass Autos auf Halde produziert werden, um die Kapazitäten auszulasten. Unter den Autoaktien sieht er VW deshalb zusammen mit Fiat eher auf der Verliererseite. Dennoch glauben die meisten Analysten, dass VW gute Zahlen präsentieren wird. Im Durchschnitt rechnen sie mit 44 (Vorjahreszeitraum: 42,6) Milliarden Euro Umsatz sowie 1,5 (1,3) Milliarden Euro Gewinn vor Steuern und 850 (641) nach Steuern.

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