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Volkswagen legt Quartalszahlen vor : VW: Milliardenverlust im dritten Quartal

Der vom Abgas-Skandal gebeutelte Volkswagen-Konzern hat heute Quartalszahlen vorgelegt. Unter dem Strich steht ein dickes Minus.

Negative Zahlen. Im dritten Quartal des Jahres verzeichnet VW hohe Einbußen.
Negative Zahlen. Im dritten Quartal des Jahres verzeichnet VW hohe Einbußen.Foto: Reuters

Der Abgas-Skandal hat Volkswagen im dritten Quartal in die roten Zahlen gedrückt: Der Konzern verbuchte einen Nettoverlust von 1,67 Milliarden Euro, wie er am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte. Grund seien die Rückstellungen in Höhe von 6,6 Milliarden Euro. "Erste Auswirkungen der derzeitigen Situation" träten damit "klar zu Tage", erklärte der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller. Den Umsatz konnten die Wolfsburger im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 51,5 Milliarden Euro steigern, was einem Anstieg von 5,3 Prozent entspricht. Aufgrund der Sonderbelastungen durch die Abgasaffäre passte Volkswagen seine Ergebnisprognose für 2015 an. Das operative Ergebnis werde "deutlich unter dem Vorjahr liegen", teilte VW mit. An der Börse in Frankfurt am Main kamen die Zahlen zunächst gut an. Die Volkswagen-Aktie legte am Morgen zeitweise um mehr als vier Prozent zu und setzte sich an die Spitze des Deutschen Akteinindex (Dax). Volkswagen arbeitet derzeit den größten Skandal in seiner Unternehmensgeschichte auf. Der Konzern hat zugegeben, Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine Software manipuliert zu haben, die bei Tests zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß führte als im Normalbetrieb. Weltweit wurde die Software in bis zu elf Millionen Autos eingebaut.

Porsche rechnet wegen des Abgas-Skandals mit weniger Gewinn

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE rechnet wegen des Abgasskandals in diesem Jahr mit deutlich weniger Gewinn als ursprünglich geplant. Volkswagen hatte zuvor wegen der drohenden Kosten für das Diesel-Drama ein deutlich unter dem Vorjahr liegendes operatives Konzernergebnis angekündigt. Vor diesem Hintergrund geht die Porsche SE für 2015 nun nur noch von einem Nachsteuergewinn zwischen 800 Millionen Euro und 1,8 Milliarden Euro aus, wie die Holding am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Im Vorjahr hatte die Porsche SE nach Steuern noch drei Milliarden Euro Gewinn gemacht und hatte ursprünglich mit einem Nachsteuergewinn von 2,8 bis 3,8 Milliarden Euro gerechnet. Ihre Quartalsbilanz legt die Holding am 10. November vor. Die Holding war einst gegründet worden, um den Volkswagenkonzern zu übernehmen. Sie hält die Mehrheit an VW und verdient fast ausschließlich an dieser Beteiligung. Das operative Geschäft des Sportwagenbauers ist inzwischen eine 100-prozentige Tochter von VW. AFP/dpa


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