Volkswagen : Stellenstreichungen im Ausland geplant

Volkswagen plant für seine westeuropäischen Standorte laut einem Zeitungsbericht tiefe Einschnitte beim Personal. Das Stammwerk in Wolfsburg soll davon profitieren.

Hannover/Frankfurt - Wie in Deutschland plant der angeschlagene Volkswagen-Konzern auch an seinen anderen westeuropäischen Standorten einen massiven Stellenabbau. "Wir werden das Thema Rückbau auch in Westeuropa angehen", sagte Personalvorstand Horst Neumann der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Er nannte keine Zahlen, der Zeitung zufolge dürfte aber ungefähr ein Fünftel der rund 35.000 Stellen in Westeuropa betroffen sein. Die deutschen Werke seien mit dem neuen Tarif "erheblich wettbewerbsfähiger" geworden, betonte Neumann. Einen weiteren Stellenabbau "in zwei oder drei Jahren" bei VW in Deutschland schloss er aber nicht aus.

Volkswagen will in seinen sechs westdeutschen Werken nach bisheriger Planung 20.000 Stellen abbauen. Bislang haben laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" knapp 6000 Beschäftigte das Abfindungsangebot angenommen. Der neue VW-Tarifvertrag sieht vor, dass die Wochenarbeitszeit für die Beschäftigten in der Produktion von 28,8 auf 33 Stunden ohne Lohnausgleich ansteigt. Im Gegenzug machte die Geschäftsleitung Zusagen zur Beschäftigungssicherung. Mit dem Tarifvertrag seien die deutschen Werke "endlich in einer vergleichbaren Position zu anderen deutschen Herstellern", sagte Personalvorstand Neumann.

Einschnitte sollen Werk ins Wolfsburg stärken

Nun sollen in Belgien, Spanien und Portugal Kapazität und Produktion deutlich gekürzt und damit massiv Personal abgebaut werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Dem Vernehmen nach" wolle sich VW am Umfang der Stellenkürzungen in den sechs westdeutschen Werken von 20 Prozent orientieren, hieß es auch hier. Damit könnten an den drei Auslandsstandorten 2400 Arbeitsplätze gefährdet sein. Mit den Einschnitten solle das deutsche Stammwerk in Wolfsburg gestärkt werden.

Der VW-Aufsichtsrat werde am 17. November über die Investitions- und Produktionsplanung der nächsten Jahre beraten und könne dabei auch die Kürzungen für die Auslandsstandorte beschließen, berichtete die "FAZ" weiter. Nach internen Planungen solle die derzeit in Brüssel angesiedelte Golf-Produktion zu einem großen Teil ins Stammwerk Wolfsburg verlagert werden. Im Gespräch sei derzeit, dabei etwa 80.000 der 130.000 in Brüssel gefertigten Einheiten abzuziehen. Dadurch würde die Golf-Produktion im Stammwerk auf rund 460.000 Stück steigen, was einer Vollauslastung entspreche. Offen sei, ob Brüssel für den Teilverlust des Golfs eine Ausgleich bekomme. (tso/AFP)

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