Wirtschaft : Volkswagen überholt Toyota GM an der Weltspitze

Europa fällt zurück

München - Volkswagen hat im ersten Halbjahr einen Absatzrekord eingefahren und wird vermutlich schon 2011 mehr Autos verkaufen als der japanische Weltmarktführer Toyota. Für den Titel des weltgrößten Autobauers, den sich VW- Chef Martin Winterkorn spätestens 2018 ans Revers heften möchte, wird es nach Einschätzung von Experten allerdings in diesem Jahr nicht reichen. Während VW 2011 den Absatz von acht Millionen Fahrzeugen anpeilt, dürfte der US-Konkurrent General Motors rund 8,5 Millionen Autos losschlagen, sagte NordLB-Analyst Frank Schwope am Freitag. „Es läuft für Volkswagen auf Platz zwei hinaus.“

Von Januar bis Ende Juni steigerte der Konzern mit Marken wie VW, Audi, Skoda und Seat den Absatz um 14 Prozent auf 4,09 Millionen Fahrzeuge. Dem bisherigen Branchenprimus Toyota trauen Experten wegen Lieferengpässen und Produktionsunterbrechungen nach dem schweren Erdbeben im März in diesem Jahr nur 7,5 Millionen Verkäufe zu.

Der Absatzmarkt Europa verliert für die Autohersteller insgesamt an Bedeutung. Während die Verkäufe in den USA und vor allem in Schwellenländern zulegen, befindet sich der europäische Markt nach dem Wegfall staatlicher Kaufanreize auf Schrumpfkurs. Nach Angaben des europäischen Herstellerverbandes ACEA vom Freitag verkauften die Autobauer in den 27 EU-Staaten sowie Norwegen, Island und der Schweiz im Juni gut acht Prozent weniger Autos als vor einem Jahr. Im ersten Halbjahr setzten die Konzerne 7,35 Millionen Pkw ab, was einem Minus von knapp zwei Prozent entspricht.

Größte Stütze ist der für Europa wichtigste Absatzmarkt Deutschland, wo die Menschen angesichts des stabilen Konjunkturaufschwungs in der ersten Jahreshälfte über zehn Prozent mehr Autos kauften. Der zweitgrößte Markt Frankreich kam immerhin noch auf ein Mini-Plus von einem Prozent. In den Krisenstaaten Südeuropas machen dagegen die meisten Bürger einen großen Bogen um die Autohäuser: In Italien fielen die Verkäufe im ersten Halbjahr um 13 Prozent, in Portugal um 20 Prozent, in Spanien um 27 Prozent und in Griechenland sogar um 44 Prozent. dpa/rtr

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