Wirtschaft : Volle Auftragsbücher bei Airbus und Boeing

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Berlin (mo). Zehn Monate nach dem 11. September hofft die Luftfahrtindustrie auf bessere Zeiten. Zum Auftakt der Luftfahrtschau im britischen Farnborough sagte Boeing-Chef Phil Condit am Montag, die Anschläge in USA hätten zum „schlimmsten Abschwung geführt, den die Industrie je erlebt hat.“ Gleichwohl können die Flugzeugbauer, Boeing und Airbus, auf umfangreiche Auftragsbestände verweisen. Per Ende Juni betrug der Orderbestand bei Boeing 1269 Maschinen. Airbus zählt sogar 1531 Flugzeuge. Und in Farnborough kommen weitere Aufträge dazu. Bereits am Montag gab KLM die Bestellung von 24 Airbus- und zwei Boeing-Maschinen bekannt. Nun steht die Entscheidung der britischen Billig-Fluggesellschaft Easyjet über einen Auftrag zum Bau von über 100 Jets noch aus.

Neben den vollen Auftragsbüchern ist außerdem bemerkenswert, dass in diesem Jahr nur relativ wenige Flugzeuge abbestellt wurden. So verzeichnet Airbus bei 107 Bestellungen nur drei Annullierungen. Bei Boeing werden nach bisher 32 Annullierungen 134 Neubestellungen gezählt. Auch bei den Auslieferungen liegen die Flugzeugbauer im Plan. So lieferten die Franzosen im ersten Halbjahr bislang 160 Maschinen aus. Für das Gesamtjahr wird mit 300 Maschinen gerechnet. Bei Boeing sieht es ähnlich aus. Per Ende Juni konnten die Amerikaner 159 Maschinen verkaufen. Im gesamten Jahr sollen es 300 Stück sein. Insgesamt will Boeing 380 Maschinen ausliefern. Unabhängig davon werden auch die Großprojekte weiter verfolgt. So liegen Airbus mittlerweile von neun Fluggesellschaften 97 Festbestellungen für das neue Großraumflugzeug, den A380, vor. Bereits 2006 soll die Maschine , die auf zwei Stockwerken rund 555 Passagieren Platz bietet, an den Start rollen.

Bei Boeing ist man noch nicht so weit. Zuletzt hatte es wiederholt Spekulationen darüber gegeben, ob der so genannte Sonic Cruiser, das Gegenprojekt der Amerikaner zum Super-Airbus der Europäer, noch realisiert wird. Immerhin wurde Boeing vom Einbruch in der Branche besonders getroffen. Während Airbus mit Kurzarbeit und einer Produktionskürzung um acht Prozent auskommt, mussten die Amerikaner ihre Produktion halbieren und 30 000 Stellen abbauen. Ursprünglich sollte der Sonic-Cruiser, der rund 250 Passagieren Platz bieten, fast Schallgeschwindigkeit erreichen und eine Reichweite von bis zu 15 000 Kilometern aufweisen soll, 2008 abheben. Der Chef der Boeing-Zivilflugzeugsparte, Alan Mulally, will sich mittlerweile aber nicht mehr auf ein Datum festlegen lassen. Auf die Frage von Journalisten, wann die neue Boeing startklar sei, sagte er, „dann, wenn die Kunden die Maschine brauchen.“ Am Montag doppelte der Konzernchef nach. „Bevor das Projekt anläuft, wollen wir sicher sein, dass es richtig für den Markt ist“, erklärte Condit. Wann sich Boeing nun für den Sonic Cruiser entscheidet, ist also offen. Zurzeit wird gerade mal die technische Machbarkeit geprüft.

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