Wirtschaft : Volvo bestätigt Verhandlungen mit Fiat

STOCKHOLM/PARIS (rtr).Der schwedische Autohersteller Volvo hat erstmals bestätigt, daß er mit Fiat über eine mögliche Allianz verhandelt."Ich bestätige, daß wir in Gesprächen mit Fiat sind", sagte Volvo-Direktor Per Lojdquist der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Stockholm.Er betonte jedoch, daß Volvo auch mit anderen Autoproduzenten in Kontakt stehe.Vorstandsmitglied Lars-Erik Berg fügte hinzu, bislang gebe es kein konkretes Ergebnis.Fiat hatte die Verhandlungen bereits zuvor bestätigt.Volvos B-Aktien gaben an der Stockholmer Börse um fast fünf Prozent nach.Händler bezeichneten den italienischen Massenhersteller als schlechten Partner für Volvo.

Die Namen der übrigen Autoproduzenten, mit denen Volvo in Verhandlungen stehe, wollte Lojdquist nicht nennen.Auch zum Stand der Verhandlungen und möglichen Ergebnissen äußerte er sich nicht.Berg fügte lediglich hinzu, keine der Verhandlungen befinde sich im Endstadium.Der Präsident der Fiat-Holdinggesellschaft Ifil, Umberto Agnelli, hatte am Wochenende gesagt, Fiat verhandele mit zwei oder drei Gesprächspartnern.Dazu gehöre auch Volvo.Eine Fiat-Sprecherin war am Montag zu weitergehenden Kommentaren aber nicht bereit.

An der Stockholmer Börse reagierten die Händler skeptisch auf die Verhandlungen der beiden Autokonzerne.Es sei fraglich, ob Fiat Volvos Ruf als Qualitätsmarke gerecht werden könne.Dies gelte vor allem für die stark expandierende Lastwagensparte.Gerüchte über eine Fusion oder Kooperation mit Fiat oder Ford hatten die Volvo-Kurse im vergangenen Monat noch um 40 Prozent ansteigen lassen.Ford wäre vor allem in Hinblick auf den Absatzmarkt USA der bessere Partner für Volvo, sagte Hakan Persson von Aragon Securities.Der schwedische Autobauer könnte mit Fords Hilfe seinen Marktanteil ausbauen.Fiat sei vor allem durch seine gute Position in Zentral- und Südeuropa für Volvo interessant.Einen Verkauf der Volvo-Autosparte, über den in der vergangenen Woche spekuliert worden war, halten die meisten Händler für unwahrscheinlich.Die meisten setzten auf ein Joint-Venture mit einem größeren Hersteller.Problematisch sei jedoch, daß die Volvo-Aktie angesichts einer solchen Möglichkeit überbewertet erscheine."Alles andere als eine eindeutige Übernahme wäre derzeit eine Enttäuschung", sagte Persson.

In Italien will Fiat seinen Marktanteil auf mehr als 40 Prozent steigern, in Europa von 5,3 Prozent 1998 auf 5,8 Prozent, kündigte Manager Loic Caperan am Montag an.Fiat setzt dabei auch auf seinen neuen kleinen Monospace Multipla, der nach dem Start in Italien im November 1998 nun in dieser Woche auch in den anderen europäischen Ländern auf den Markt kommen soll.Der Sechssitzer gilt vor allem als Konkurrent zum Megane Scenic von Renault.

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