Wirtschaft : Volvo steigt mit zehn Prozent bei Deutz ein

KÖLN (dpa).Der schwedische Autokonzern Volvo wird mit zehn Prozent beim Kölner Motoren- und Anlagenbaukonzern Deutz einsteigen.Geplant sei, zwei oder drei dauerhafte Großaktionäre zu gewinnen, sagte der Deutz-Vorstandschef Anton Schneider am Donnerstag in Köln.Volvo übernimmt seine Beteiligung aus dem 36,6-Prozent-Paket des Deutz-Hauptaktionärs, der Deutschen Bank.Schneider betonte, daß Deutz ein unabhängiger Konzern bleiben wolle.

Im ersten Halbjahr 1998 verbesserte Deutz das Ergebnis um 33,2 Mill.DM.Mit 10,9 Mill.DM sei das Halbjahresergebnis erstmals seit acht Jahren wieder positiv.Im zweiten Halbjahr werde eine weitere Steigerung erwartet.Der Maschinenbau-Konzern war bereits im Vorjahr aus den roten Zahlen gefahren.

Im Motorengeschäft soll die Eigenkapitalrendite noch vor dem Jahr 2000 auf 15 Prozent steigen.Bereits heute sei man davon nicht weit entfernt, sagte Schneider.Das operative Ergebnis im Motorengeschäft sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 135 Prozent auf 48,1 Mill.DM gestiegen.Gründe seien ein höheres Geschäftsvolumen, positive Währungseffekte und Materialkostensenkungen.Auch die Sparte Industrieanlagen erzielte ein ausgeglichenes Ergebnis und ist damit nicht länger Kostgänger des Konzerns.

Die Industrieanlagen, deren Umsatz in den ersten sechs Monaten von 378 bis 901 Mill.DM gestiegen ist, solle 1999 verkauft werden, sagte Schneider.Das starke Umsatzplus sei auf einige Großaufträge zurückzuführen.

Das Motorengeschäft des Unternehmens legte um drei Prozent auf 1,06 Mrd.DM zu.Insgesamt stieg der Umsatz damit um 39 Prozent auf 1,96 Mrd.DM.Im kommenden Jahr will der Konzern 80 bis 100 Mill.DM investieren, um seine verschiedenen Werke zu modernisieren.

Schwerpunkt sei auch der Ausbau des Servicenetzes "von Sibirien bis Südafrika", sagte Schneider.Mit Voraussagen von Umsatzzahlen hielt sich Schneider zurück, da die Weltwirtschaft zur Zeit "extrem instabil" sei.Es gebe jedoch auch keinen Grund, warum die Volumenzuwächse im zweiten Halbjahr nicht genauso hoch wie im ersten sein sollten.

Die Mitarbeiterzahl im Konzern sank zum 30.Juni um fast 1600 auf knapp 7400.Dies sei zum großen Teil auf Verkäufe bei den Industrieanlagen, aber auch auf Rationalisierungsmaßnahmen zurückzuführen.Die Motorenproduktion in Köln soll mittelfristig von 123 000 auf 200 000 Stück ausgebaut werden.

Deutz will nach dem Wiedereinstieg in das Nutzfahrzeuggeschäft durch die Kooperation mit Volvo diese Sparte ausbauen."Wir wollen da weitere Kunden gewinnen", sagte Schneider.Deutz will künftig 30 000 Motoren an Volvo liefern.Die Verträge sollen Mitte September unterschrieben werden.

Pläne für eine Dividendenzahlung gebe es bei Deutz derzeit noch nicht.Zuerst einmal müsse jetzt der Verlustvortrag von 78 Mill.DM Ende 1997 abgebaut werden, sagte Anton Schneider.Die Eigenkapitalquote von Deutz sei von knapp zehn Prozent Ende 1997 auf mittlerweile zwölf Prozent gestiegen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar