Wirtschaft : Vom Goldenen Hirschen bis McKinsey

Berater und Gutachter gehen in den Ministerien ein und aus

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Ob Gutachter oder Berater, Kommissionen oder Wissenschaftliche Institute. Regierung und Bundesbehörden nutzen externen Sachverstand. Doch Beratung ist nicht gleich Beratung. Florian Gerster, Chef der Bundesanstalt für Arbeit, hatte die PR und Lobbyfirma WMP engagiert, um mit ihrer Hilfe den geplanten Wandel der bürokratischen Arbeitsämter in moderne Dienstleitungseinrichtungen auch öffentlichkeitswirksam zu verkaufen. WMP und Konkurrenten sind Berater fürs Image, vermitteln Kontakte und loten Risiken und Nebenwirkungen für die Auftraggeber aus.

In die Niederungen der allgemeinen Werbung begeben sich solche Politikberater natürlich nicht. Das überlassen sie den professionellen Werbeagenturen, die beispielsweise im Auftrag des Umweltministeriums eine Kampagne zur Erneuerbaren Energie organisieren. Die Regierung hat gerade die Agentur „Zum goldenen Hirschen“ zur laufenden Kommunikationsberatung engagiert, das Finanzministerium hat mit den Agenturen ECC Kohtes Klewes und BBDO gleich zwei Spezialisten.

Mit den Namen Roland Berger oder Mc Kinsey sind dagegen strategische Beraterverträge verbunden. Diese Firmen entwerfen normalerweise für Industrie und Handel Sanierungsprogramme oder einen Masterplan zum Umbau ganzer Konzerne. In den Ministerien ist ihr Rat aus zweierlei Gründen gefragt: Erstens zwingen leere Staatskassen inzwischen auch Behörden in scharfe Sparprogramme. Und zweitens sieht sich ein Verteidigungsminister mit der kompletten Umstrukturierung seiner Armee überfordert.

Der klassische Behörden- und Ministeriumsberater aber heißt Gutachter. Zumeist ist er Hochschulwissenschaftler, der Konjunkturprognosen erstellt, Branchen analysiert oder zum Verkauf stehendes Bundeseigentum bewertet. fo

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