Von Bentley zu Conti : Ariane Reinhart wird neue Managerin bei Continental

Der Autozulieferer Continental tauscht seine Vorstandsfrau Elke Strathmann gegen eine neue Managerin aus – und hebt die Gewinnprognose an.

Profitiert von der guten Branchenkonjunktur: Continental. Foto: dpa
Profitiert von der guten Branchenkonjunktur: Continental.Foto: dpa

Der weltgrößte Autozulieferer Continental profitiert von der guten Branchenkonjunktur und rechnet im laufenden Jahr mit spürbaren Zuwächsen. „Nordamerika dürfte weiter zulegen. Solides Wachstum sehen wir in Asien mit China als Zugpferd. Und Europa kommt langsam aus dem Tal“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart bei der Hauptversammlung in Hannover. Nach einem guten Jahresstart hob der Konzern die Erwartung für das laufende Jahr bereits zu diesem Zeitpunkt an. Vor allem aber ließ in Hannover eine Personalie aufhorchen: Conti trennt sich von Vorstandsfrau Elke Strathmann und holt eine neue Managerin.

Strathmann verlässt Conti und Ariane Reinhart, bisher Personalchefin bei der britischen Volkswagen-Nobelmarke Bentley, tritt ihren neuen Posten am 1. Oktober. Strathmann fehlte Berichten zufolge zuletzt der Rückhalt. Bis Reinhart im Herbst beginnt, wird Finanzvorstand Wolfgang Schäfer das Personalressort bei Conti leiten. Wie aus den Freitag präsentierten Daten hervorgeht, stieg der Umsatz bei dem Autozulieferer im ersten Jahresviertel gegenüber dem Vorjahresquartal um gut vier Prozent und erreichte 8,4 Milliarden Euro. Das Wachstum der Erlöse war dabei noch belastet vom starken Euro-Kurs. „Ohne den Effekt des starken Euro hätten wir um über acht Prozent zugelegt, also doppelt so viel“, sagte Degenhart.

Der für die Prognose wichtige Wert, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), legte sogar um knapp 20 Prozent auf rund 953 Millionen Euro zu. Der Konzern rechnet nun aufs Jahr gesehen mit einem Ebit-Anteil am Umsatz in Höhe von 10,5 Prozent statt zehn Prozent.

„Die aktuellen politischen Spannungen haben bislang keinen Einfluss auf unser Geschäft“, sagte Degenhart. Conti ist beispielsweise im russischen Kaluga tätig, einem der weltgrößten Standorte automobiler Produktion. Aktionärsschützer lobten das Conti-Management. „Wir haben das Gefühl, dass das operative Geschäft in sehr, sehr guten Händen ist“, sagte Heiko Barkemeyer, Sprecher in der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

Elke Strathmann (l) und Ariane Reinhart. Foto: dpa
Elke Strathmann (l) und Ariane Reinhart.Foto: dpa

Auch Finanzanalysten sind optimistisch. NordLB-Branchenexperte Frank Schwope sagte: „Dem starken Jahr 2013 dürfte ein noch deutlich besseres Jahr 2014 folgen.“ Conti sei gut positioniert. Mit satten 82 Prozent Kursverbesserung hatten die Hannoveraner im vergangenen Jahr alle übrigen Werte im Börsenindex Dax abgehängt.

Conti ist laut einer Analyse des Münchner Beratungsunternehmens Berylls der weltgrößte Autozulieferer. Dicht dahinter rangiert Bosch vor Denso aus Japan. Neben Fahrzeugtechnik bilden bei Conti Reifen und Industrietechnik weitere Geschäftssäulen. Bereits am Mittwoch hatte der Konkurrent Michelin eine anziehende Nachfrage vermeldet. Die Branche erholt sich. Gerade das wichtige Reifenersatzgeschäft hatte eine ungewöhnlich lange Flaute erlebt. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben