Wirtschaft : Von den „Jesuslatschen“ zum Kultobjekt Holzsandalen in allen Variationen liegen im Trend

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Lange waren sie als „Jesuslatschen“ oder „Heilandsandalen“ verrufen, doch in diesem Sommer erleben sie ein Comeback: die Holzsandalen. Die Sohle aus Holz, darüber einen Riemen aus Leder und fertig ist das hippe Schuhwerk. Bereits in den 60er Jahren wurden sie als Gesundheitssandalen des Londoner Schuhmachers William Scholl unter dem n „Dr. Scholl´s“ international bekannt und zum Markenzeichen der Hippie-Gemeinschaft.

Die Geschichte der Holzschuhe begann mit einer Reise nach Deutschland. Scholl brachte von dort einen Gesundheitsschuh mit, verfeinerte den Schnitt und brachte einen Lederriemen an der Sohle an. Für das Leder wählte er verschiedene Farben und ließ sich dabei von den Trends aus der Londoner Modemeile Carnaby-Street inspirieren. Um den Tragekomfort zu erhöhen, montierte er noch eine verstellbare Schnalle an den Lederriemen. Fertig war der modische Schuh, der gleichzeitig noch gesund war. Denn um nicht aus dem offenen Riemenschuh zu rutschen, musste sich die Trägerin schon ein wenig Mühe geben und stärkte damit ihre Fußmuskeln.

Der unkonventionelle Gesundheitsschuh kam genau zur richtigen Zeit. Rund um den Globus rebellierte die Jugend gegen Konventionen und wollte nichts lieber, als sich von allem Althergebrachten absetzen. Und genau das konnte sie mit dem Holzschuh. Der Auftritt der Hippies und Ausgeflippten wurde fortan vom Klipp-Klapp der Gesundheitssandalen untermalt, Millionen trugen die Schuhe. Mit der Zeit kamen auch die ewig Jungen in die Jahre. Das hippe Schuhwerk ging mit der Bewegung unter. Zurück blieb nur die spöttische Bezeichnung „Jesuslatschen“.

Doch wie so vieles in der Welt der Mode, blieben auch die Holzsandalen nicht für alle Ewigkeit von der Bildfläche verschwunden. In diesem Jahr kann man es wieder klappern hören in den Innenstädten und Parks: Die Holzsandalen sind wieder da!

„Sie tauchten zum ersten Mal Anfang des Jahres auf der Schuhmesse in Mailand auf“, sagt Antonka Buric, Einkäuferin beim Schuhaus Leiser in Berlin. Mittlerweile kann man die Holzsandalen überall kaufen. Auch bekannte Modemarken haben die hippen Treter im Sortiment. „Da ist für jeden Geldbeutel etwas dabei“, sagt Sascha Schalkowki vom KaDeWE. Die Preise dort fangen bei etwa 30 Euro für ein Paar Sandalen von Esprit an und gehen hin bis zu etwa 100 Euro, die man für ein paar Boss- oder Strenesse Holzschuhe ausgeben kann.

Viele von diesen Schuhen haben mit der ursprünglichen Gesundheitssandale nicht mehr viel gemeinsam. Es gibt sie inzwischen nicht nur in der einfachen flachen Form, sondern auch in modischen Variationen - mit ein wenig Plateau-Absatz, verschiedenen Lederarten und in vielen Farben. Für den besonders modischen Auftritt entscheidet man sich am besten für ein paar Holzsandalen mit einem Riemen in Jeans-Optik. Damit kann man zwei der aktuellen Modethemen miteinander verbinden: Jeans und Holz.

Wer sich in diesem Jahr für ein paar Schuhe aus Holz entscheidet, liegt nach Meinung von Antonka Buric auch im nächsten Jahr noch voll im Trend. „Der Erfolg in diesem Jahr war erst der Anfang“, sagt sie. So wird uns das Geklapper der Holzsandalen auch noch einen weiteren Sommer begleiten. Melanie Hinter

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