Von der Bahn in den Bus : Zahl der Fernbus-Passagiere verdreifacht sich

6,7 Millionen Menschen sind 2013 mit Fernbussen verreist, dreimal mehr als im Jahr zuvor. Aktuell profitieren die Anbieter vom Streik der Lokführer.

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On the road. Immer mehr Reisende steigen in einen Fernbus ein.
On the road. Immer mehr Reisende steigen in einen Fernbus ein.Foto: picture-alliance/dpa

Die Marktöffnung für Linienfernbusse hat den Anbietern im Jahr 2013 einen wahren Fahrgastboom beschert. Auf innerdeutschen Strecken hat sich die Zahl der Passagiere innerhalb eines Jahres auf 6,7 Millionen mehr als verdreifacht, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete. Zusammen mit den 1,5 Millionen Fahrgästen im grenzüberschreitenden Verkehr ergab sich damit für das Gesamtjahr eine Kundenzahl von 8,2 Millionen. Das war im ersten Jahr nach der gesetzlichen Freigabe von überregionalen Buslinien ein Wachstum von 180 Prozent gegenüber 2012. Zuvor hatte es zum Schutz des Bahnverkehrs deutlich weniger innerdeutsche Linienbus-Verbindungen gegeben.

Bahn-Kunden steigen wegen Streik um

Der aktuelle Arbeitskampf bei der Bahn hilft den Bus-Unternehmen zusätzlich. „Wir registrieren eine steigende Nachfrage“, sagte ein Sprecher des Marktführers Mein Fernbus dem Tagesspiegel. Für den weiteren Verlauf der Woche gebe es bei den Nachtbus-Linien des Unternehmens zwischen sieben und elf Prozent mehr Buchungen. Auch bei Flixbus, der Nummer zwei auf dem Markt, zieht das Geschäft an. „Wir merken sofort, wenn andere Verkehrsanbieter eine Unsicherheit in ihrem Angebot haben – die Fahrgäste schauen sich nach Alternativen um“, sagte Geschäftsführer André Schwämmlein. Allein am vergangenen Wochenende habe das Unternehmen wegen der Streik-Angst 15 Prozent mehr Menschen befördert. Für die kommenden Tage hätten die Kunden verstärkt Nachtbusse und sehr frühe Fahrten gebucht. „Wenn einmal ein Streikkorridor definiert ist, befürchten die Fahrgäste, dass es noch einmal so kommen könnte.“ Für das Wochenende rechnet Schwämmlein mit zusätzlichen Buchungen. Sollte sich das rechtzeitig abzeichnen, könne man auch weitere Busse einsetzen. Trotzdem werden Flixbus zufolge einige Linien am Wochenende ausgebucht sein. mit dpa

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