Wirtschaft : Von der Deutschen Bahn bis Debis

So bereiten sich gro§e Unternehmen auf den Euro vor

Deutsche BahnAuf die Deutsche Bahn AG rollt mit der Umstellung auf den Euro eine Mammutaufgabe zu: Pünktlich zur Einführung des Euro-Bargeldumlaufs im Jahr 2002 müssen auch zahlreiche Fahrkartenautomaten, 30 000 Schließfächer oder etwa die Toiletten entsprechend gerüstet sein.Bei den elektronischen Fahrkartenautomaten sei das Problem gering, und ein weiterer Teil der insgesamt 12 000 Geräte werde bis dahin ohnedies erneuert, sagt Bahn-Sprecherin Christine Geißler-Schild.Die Kosten ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.Doch vielleicht erledigt sich das Problem von selbst - sollten die Fahrgäste bis dahin mit der Chipkarte zahlen. SchindlerBei der Berliner Aufzugfabrik Schindler, eine Tochter der weltweit operierenden Gruppe mit Sitz in der Schweiz, will man sich durch den Euro nicht unter Zeitdruck setzen lassen.Klaus Kneisel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied für Finanzen, Controlling und Information, vertraut auf die Erfahrungen, die Schindler schon mit dem Ecu gemacht hat.Die Umstellung bei der Fakturierung im Europa-Verbund auf die europäische Währung war ein voller Erfolg.Das hat vieles vereinfacht und Kosten gespart.Wird nun der Ecu durch den Euro ersetzt, befindet man sich auf gewohntem Terrain.Auch im EDV-Bereich ist Schindler auf Europakurs.Auf eine neue Software hat man sich bereits verständigt.Bis Mitte 1998 sollen die einzelnen Abteilungen umgerüstet sein.Das moderne System werde dann, so Kneisel, mit allen Problemen, die der Euro in Buchhaltung und Rechnungswesen aufwirft, spielend fertig. Daimler-Benz InterServices (debis)Nahezu alle Berliner Unternehmen müssen sich auf den Euro vorbereiten, eines nicht: die Daimler-Tochter Debis.Das Dienstleistungsunternehmen hat sich vielmehr darauf spezialisiert, anderen Firmen die Umstellung von der D-Mark auf den Euro zu erleichtern."Die Folgen sind meist umfangreicher, als der Laie das erwartet", warnt Klaus Enger, Leiter der von Debis eingerichteten Denkschmiede Eurolab: "Insgesamt sind es 100 Einzelaspekte des betrieblichen Alltags, die von der Währungs-Umstellung betroffen werden", sagt er.Das Debis Systemhaus hat dazu die Methode "Eurosys" entwickelt, das die Zusammenhänge zwischen Geschäftprozessen, Funktionen, Produkten und Marktteilnehmern aufzeigt und die notwendigen Reorganisationsschritte darlegt.Für Produkt-Marketing, Rechnungswesen, Devisenmanagement, Einkauf und Controlling gehen die Euro-Spezialisten von Debis zudem auf die betrieblichen Besonderheiten ihres Kunden ein.Zum Angebot von Debis gehört auch die Mitarbeiterschulung, die Entwicklung neuer Logistik und die Regelung so trivialer Fragen, wie der, ob man auf kleinen Verpackungen in schmalen Regalleisten zwei Preise gleichzeitig unterbringen kann.Mit ihren Dienstleistungen rund um den Euro will Debis zwischen 1998 und 2002 rund 300 Mill.DM Umsatz machen.

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