Wirtschaft : Von der Konkurs- zur Dividendenreife

Metallgesellschaft hat Krise überwunden / Konzern steigert Ergebnis um zwei Drittel auf 63,5 Mill.DM FRANKFURT (MAIN) ((rtr).Die Metallgesellschaft AG (MG) hat nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Kajo Neukirchen ihre Krise endgültig überwunden.Neukirchen sagte am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Frankfurt (Main), vor vier Jahren sei die MG noch konkursreif gewesen, heute sei sie reif für die Zahlung einer Dividende.In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte der Konzern sein Ergebnis vor Steuern um rund zwei Drittel auf 63,5 Mill.DM.Im Gegensatz zu den früheren turbulenten Hauptversammlungen der MG gab es diesmal keine Gegenanträge zu den Vorschlägen der Verwaltung. Neukirchen sagte, im Gegensatz zu früheren Zeiten werde die Ausschüttung nicht aus der Substanz, sondern aus dem betrieblich erwirtschafteten Ergebnis gezahlt.Der eher symbolische Betrag von 20 Pfennig Dividende sei eine Folge aktienrechtlicher Beschränkungen wegen der Kapitalherabsetzung vor drei Jahren.Ab dem laufenden Geschäftsjahr, das am 30.September endet, entfalle diese Beschränkung. Im Gesamtjahr 1997/98 will der MG-Konzern in seinen Kernbereichen weiter wachsen und das Ergebnis um eine zweistellige Steigerungsrate erhöhen.Der Konzernumsatz habe mit 5,6 Mrd.DM in den ersten vier Monaten knapp unter dem Vorjahresniveau gelegen.Ferner gab Neukirchen den Kauf der Kessler + Luch GmbH von der Steag Industrie AG bekannt, mit dem der Bereich Gebäudetechnik gestärkt werden soll.Der Hauptversammlung lag eine umfangreiche, 13 Punkte umfassende Tagesordnung vor.Dazu zählte die Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern, nachdem unter anderem der bisherige Vorsitzende Ronaldo Schmitz, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Gremium ausscheiden wollte.An seiner Stelle soll der frühere Mercedes-Benz-Chef Helmut Werner in den Aufsichtsrat gewählt werden und dort den Vorsitz übernehmen.Außerdem hatten die Aktionäre über einen Aktienoptionsplan für das Management, ein Aktienmodell zur Mitarbeiterbeteiligung an dem Unternehmen, die Schaffung eines genehmigten Kapitals von 100 Mill.DM sowie eine Ermächtigung des Vorstands zum Kauf eigener Aktien zu beschließen. Aktionärssprecher äußerten sich positiv zu den Plänen, verlangten aber bei den geplanten Aktienoptionen für das Management Transparenz und Rechenschaftslegung, um erst gar nicht den "Verdacht der Selbstbedienung" aufkommen zu lassen.

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