Wirtschaft : Von der Post zum Fernmeldewesen

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Von Alfons Frese

Wer etwas von der Post versteht, der kommt auch mit dem Fernmeldewesen klar. So ähnlich werden Finanzminister Hans Eichel und Telekom-Aufsichtsrat Hans-Dietrich Winkhaus gedacht haben, als ihnen Klaus Zumwinkel einfiel. Womöglich wird der Post-Chef wirklich Nachfolger von Ron Sommer. Hoffentlich. Denn die Kandidatenspekulationen der letzten Tage kann man dem Unternehmen nicht länger zumuten. Unter anderem wurden der Porsche-Mann Wendelin Wiedeking und Industrielobbyist Hans-Olaf Henkel gehandelt. Warum nicht Manfred Krug, der große Telekom-Kenner? Die Auswahl des neuen Vorstandsvorsitzenden läuft wie die Demission des alten: chaotisch, zäh, unprofessionell. Und in jedem Fall zum Schaden des Unternehmens, das seit Monaten durch negative Schlagzeilen auffällt. Vor allem die 255 000 Telekom-Mitarbeiter sind zu bedauern. Nicht allein deshalb, weil ihnen ein Vormann fehlt. Vielmehr ist die Zukunft ihres Unternehmens ziemlich offen. Der Schuldenstand soll von 64 Milliarden Euro bis Ende nächsten Jahres auf 50 Milliarden Euro gesenkt werden. Aber wie? Einige zehntausend Stellen sollen in den kommenden drei Jahren gestrichen werden. Aber wo? Hoffentlich weiß der neue Chef Antworten. Zumwinkel wäre eine gute Wahl, bei der Post und davor bei Quelle und McKinsey hat er viel Erfolg gehabt. Und nach den Erfahrungen beim Umbau der Post hat der Bund als Telekom-Großaktionär hinreichend Vertrauen in Zumwinkels Fähigkeiten. Also los.

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