Wirtschaft : Von Fehlern profitieren

pbs

Aus Fehlern soll man bekanntlich lernen. Von den Fehlern der Analysten können Anleger sogar profitieren - wenn falsche Prognosen nicht zufällig entstehen, sondern dahinter ein System steckt, kann der Investor mit einer einfachen Strategie gute Renditen erzielen. Diesen Zusammenhang beweist eine Studie der Universität Mannheim. Gunter Löffler und Martin Weber haben etwa 5000 Analysten-Prognosen für den Gewinn laufender oder folgender Geschäftsjahre untersucht. Löfflers Rat: Der Investor solle auf Aktien setzen, für die nach oben revidierte Prognosen vorliegen. Auf eine Sicht von sechs Monaten könnte so eine um bis zu 4,45 Prozentpunkte höhere Performance erreicht werden als bei Aktien, für die eine negative Revision vorliegt. Löffler verweist aber auch auf das Risikopotenzial dieser Strategie: In 25 Prozent der Fälle hätte der Anleger mit dieser Vorgehensweise Verluste gemacht. Diese Strategie sei erfolgreich, da die PrognoseFehler der Analysten zumeist die gleiche Ursache hätten: Sie neigten dazu, einmal formulierte Prognosen beizubehalten. Neue Infos, die nicht ins Bild passten, würden vernachlässigt, erklärt Löffler. Damit verlaufe auch die Kursbildung "ineffizient", das heißt die Kurse könnten sich nur langsam den neuen Informationen anpassen. Wenn Analysten ihre Einschätzung überhaupt änderten, dann falle die Korrektur vergleichsweise moderat aus. Das führe dazu, dass die Kursentwicklung die Prognose meist übertreffe. Gerade so könnten erfreuliche Renditen erzielt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach einer positiven Revision der Prognose zu einer Gewinnüberraschung und damit zu Kurssteigerung komme, betrage mehr als 50 Prozent, sagt Löffler. Bemerkenswerterweise setzen auch Investmentbanken auf diese Strategie. Unter anderem verkauft Merrill Lynch Aktienzertifikate, die in hochgestufte Werte investieren, etwa "Euro Momentum". Das Zertifikat übertreffe den Euro Stoxx um 6,4 Prozent.

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