Wirtschaft : Von Platzangst kann momentan noch keine Rede sein Bausparkassen: Preise für Wohnimmobilien steigen

um bis zu drei Prozent

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Die Preise für Wohneigentum in Deutschland steigen seit Ende 2010. Selbst genutzte Eigenheime und Eigentumswohnungen kosteten im vierten Quartal 1,5 Prozent mehr als Ende 2009, so meldete der Verband deutscher Pfandbriefbanken bereits im Winter dieses Jahres. Und dieser Trend setzt sich einer neuen Studie zufolge fort: Angesichts der niedrigen Zinsen und der guten Lage am Arbeitsmarkt ist einer Untersuchung der Bausparkassen zufolge mit steigenden Preisen für Wohnimmobilien zu rechnen. Das Angebot von Bestandsimmobilien werde an vielen Orten immer knapper, teilte die LBS in dieser Woche zu ihrer jährlichen Umfrage unter den LBS-Immobiliengesellschaften und Sparkassen mit. Engpässe nähmen zu, die Preise dürften demnach bis Jahresende um drei Prozent anziehen. Zwar würde wieder mehr gebaut, doch das bringe keine schnelle Entlastung.

„Aber ich sage auch: Jetzt von ,Platzangst‘ in Deutschland zu reden, von Fantasiepreisen oder gar Preisblasen, dafür gibt es – von Einzelfällen vielleicht abgesehen – keinen Anlass“, sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. „Wir spüren ein deutlich höheres Kaufinteresse.“

Für den Neubaumarkt fanden die LSB-Experten in ihrer Umfrage im April 2011 diese Parameter für Berlin: Reiheneigenheime lagen in der Regel in einer Spanne von 120 000 bis 250 000 Euro – der Durchschnittswert lag bei 200 000 Euro. Für neu gebaute Eigentumswohnungen war mit mindestens 1800 Euro pro Quadratmeter bis zirka 3100 Euro zu rechnen – der häufigste Wert: 2400 Euro für den Quadratmeter. Baugrundstücke kosteten zwischen 100 und 280 Euro den Quadratmeter.

Bei den Gebrauchtimmobilien sieht es laut LBS in der Hauptstadt so aus: Gebrauchte Eigenheime kosteten zuletzt zwischen 150 000 und 350 000 Euro, zumeist um die 250 000 Euro; gebrauchte Reihenhäuser rangierten zwischen 150 000 und 280 000 Euro. Die Werte für gebrauchte Eigentumswohnungen: zwischen 800 und 2700 Euro pro Quadratmeter (häufigster Wert: 1200 Euro/Quadratmeter).

Es sei erstmals seit Beginn der Umfrage vor zehn Jahren damit zu rechnen, dass in allen Teilmärkten die Nachfrage steige, erklärten die LBS-Experten weiter. Preistreiber seien die zunehmende Beschäftigung, höhere Einkommen und bessere Gehaltsperspektiven. Allerdings bleibe es bei den großen Unterschieden von Region zu Region, sagte Hamm. So seien Häuser, Wohnungen oder Baugrundstücke in Metropolen wie München oder Frankfurt deutlich teurer als im Norden oder Osten Deutschlands.

Für ein vergleichbares Einfamilienhaus mussten Käufer etwa in Wiesbaden im Schnitt 750 000 Euro zahlen, in München seien es 710 000 Euro, in Stuttgart 510 000 Euro. Hier seien bereits spürbare Preisanstiege verglichen zum Vorjahr zu verzeichnen, erklärte die LBS.

Dagegen zahlen Familien etwa in Leipzig einen Durchschnittspreis von 150 000 Euro, in mittelgroßen Städten wie Bitterfeld-Wolfen 65 000 Euro oder Eisleben 50 000 Euro. Ähnlich sehe es bei Reihenhäusern und Wohnungen aus. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen stellte die LBS eine steigende Nachfrage fest. Das große Angebot drücke aber noch auf die Preise, sagte Hamm. Im Vergleich zu neu gebauten Wohnungen seien gebrauchte für 35 bis 40 Prozent weniger zu haben. Bei den Eigentumswohnungen fiel der LBS-Analyse zufolge München mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4050 Euro am teuersten aus. Daneben seien aber auch viele süd- und südwestdeutsche Universitätsstädte sowie Ferienorte „ein ausgesprochen teures Pflaster“, so Hamm. In großen und mittleren Städten Nord- und Ostdeutschlands lägen die Quadratmeterpreise häufig unter 1000 Euro, im Süden bei gut 1500 Euro. Weniger als 1000 Euro je Quadratmeter zahlten die Käufer etwa in Flensburg, Apolda oder Brandenburg.

Bauland bleibt der Studie zufolge weiter knapp: Trotz der einsetzenden Neubautätigkeit rechnen die LBS-Experten nicht mit einem steigenden Angebot. In Süddeutschland müssten Häuslebauer tief in die Taschen greifen, günstiger sei es im Osten. Die Bauwirtschaft rechnet mit einer Konjunkturbelebung in diesem Jahr. Besonders im Wohnungsbau läuft es gut: Der Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB) sagt für das laufende Jahr einen Umsatzanstieg von 4,4 Prozent vorher. (mit Reuters/dpa/AFP)

Die Bezugsadresse für das Nachschlagewerk „Immobilienmarkt 2011“:

www.lbs.de/presse/publikationen/lbs-research

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