Wirtschaft : Vor dem Scheitern

Berlin entscheidet über den Verkauf der Bankgesellschaft

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Berlin (hop). An diesem Dienstag wird voraussichtlich die Entscheidung fallen, ob und wann die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin privatisiert wird. Die Zukunft des Instituts steht auf der Tagesordnung des Berliner Abgeordnetenhauses. Das Land will seinen Anteil von 81 Prozent an der Bankgesellschaft verkaufen. Der einzige noch verbliebene Interessent aus dem monatelangen Bieterwettkampf, der auch tatsächlich ein Angebot abgegeben hat, ist die USInvestorengruppe BGB Capital Partners.

Der Verkauf droht jedoch vorerst zu scheitern. Denn zuletzt wurde klar: Das Angebot von BGB Capital Partners liegt weit unter den Vorstellungen des Landes. Berlin hatte bisher gehofft, wenigstens die 1,75 Milliarden Euro einzunehmen, die es im Jahr 2001 zur Rettung des Instituts zuschießen musste. Die US-Investoren wollen aber weniger als 100 Millionen Euro zahlen – und Garantien des Landes gegen mögliche Risiken, die noch bei der Bankgesellschaft aus alten Geschäften drohen. Das Land hat allerdings schon eine Bürgschaft über 21,6 Milliarden Euro für Risiken aus alten Immobiliengeschäften übernommen. Am vergangenen Freitag brachte sich zwar auch die US-Fondsgesellschaft Lone Star wieder ins Spiel. Sie knüpfte aber die Abgabe eines Angebots an die Bedingung, eine detailliertere Einsicht in die Geschäftsunterlagen der Bank zu erhalten. Darauf ist das Land bisher nicht eingegangen.

Eine komplette Übernahme der Bankgesellschaft ist allerdings zurzeit ohnehin nicht möglich. Die Nordeutsche Landesbank hält elf Prozent der Anteile und will diese vorerst nicht verkaufen. Das sagte NordLB-Chef Manfred Bodin der Zeitung „Die Welt“. Die Bank sei für den Erhalt der öffentlich-rechtlichen Landesbank und Sparkasse in Berlin. Die NordLB war zusammen mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband einer der Hauptinteressenten an der Bankgesellschaft, legte aber schließlich doch kein gültiges Kaufangebot vor.

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